Sehnsucht, Sucht und Empathie

In den letzen Tagen habe ich eine Umfrage gemacht, welches Thema für einen kostenlosen 5 Tages Workshop online am stärksten erwünscht ist. Hinter allen freien Kommentaren tauchen immer wieder die selben Begriffe auf: Gefühle wie Sehnsucht, Sucht und Empathie.

Mit Abstand war das der Wunsch nach mehr Nähe und Geborgenheit in der Partnerschaft. Über 70% aller Teilnehmer beschrieben, dass sie eine große Sehnsucht im Herzen tragen. In manchen Emails stand, dass sie sich verzehrten. Innere Gefühle wie „als ob mein Herz zerspringe“, „ausbluten“, „inneres Getrieben sein“ und „nicht wissen, wohin mit sich“ wurden beschrieben. Das Drängen, welches zur selben Zeit vorwärts treibt und zugleich traurig macht, ist ein Widerspruch in sich. Sich in seiner Sehnsucht nicht verstanden zu fühlen nährt die Sehnsucht. Die Hälfte aller, welche angegeben hatten, dass sie Sehnsucht nach mehr Nähe und Geborgenheit haben klickten passenderweise auf „Streiten“ als weiteres Problem.

Goethe schrieb: nur wer die Sehnsucht kennt, weiß was ich leide…

Vielen Dank für Eure Teilnahme! Anfang Februar wird hier im Blog und auf Facebook der kostenlose Mini-Kurs „mehr Nähe und Geborgenheit in der Partnerschaft“ zu finden sein, das Thema Streiten wird mit einfließen.

Sehnsucht

Sehnsucht ist immer ambivalent. Dieses Gefühl schließt die unterschiedlichsten Gefühle mit ein. Sei es Platons Kugelmensch, Himeros in der alten griechischen Mythologie als Gott der liebenden Sehnsucht oder die Sage von Zeus oder auch Böhme, Kant oder Hegel, Richard Wagner, Beethoven, E.T.A. Hoffman oder Goethe… Sehnsucht ist ein zentrales Motiv. Am Max- Planck- Institut gibt es seit einigen Jahren Sehnsuchtsforschung. Wiewohl Sehnsucht mit einer gewissen Melancholie Hand in Hand geht, scheint es doch so zu sein, dass depressive Menschen Sehnsucht nicht fühlen können.

Sehnsucht oder Vermissen

Zwischen Sehnsucht und Vermissen besteht ein Unterschied. Beide Gefühle haben nur gemeinsam, dass ein essentielles Stück zum Glück fehlt.

Vermissen ist ein dumpfes, klebriges Gefühl aus dem Bauch heraus, ein bisschen wie seekrank… Vermissen heißt, etwas konkretes nicht zu haben, bloß weil man es nicht hat.

Sehnsucht hingegen ist meist schaurig schön, sie treibt an. Häufig weiß man nicht genau, was man sich ersehnt, es ist aber toll und groß und fühlt sich erhaben an. Sehnsucht steht meist für etwas Schönes, aber Unerreichbares. Das Gefühl der Sehnsucht wird meistens als bittersüß beschrieben.Es gibt auch die Sehnsucht nach der Sehnsucht.

Sucht

Hinter jeder Sucht steckt eine Sehnsucht. Erfahrungen aus der Kindheit führen zu Prägungen. Je nach Kompensation wird Sehnsucht in Sucht ausgelebt. Sehnsucht auszuhalten erfordert ein starkes Selbstwertgefühl und eine hohe Fsrustrationstoleranz. Ist dies nicht gegeben, kann Sehnsucht schnell zu Fremdgehen oder materieller Sucht führen.

Empathie= Sehnsucht nach Zugehörigkeit

Empathie bedeutet, die Gefühle anderer nachzuempfinden und auch mitfühlen zu können. Durch Empathie wird die Isolierung durch die Begrenzung des eigenen Körpers überwunden. Was früher im Mutterleib Symbiose war kann durch Empathie reifere Formen annehmen. Aus Abhängigkeit zur Mutter wird Freiheit und freiwilliges, eigenständiges in die selbe Frequenz gehen.

Sehnsucht sucht Empathie

Sehnsucht macht nicht nur Emphatisch. Sie ist der Schlüssel zum Herzen des anderen. Ziel dieses Gefühl ist es, die durch die Geburt erlittene Trennung zu überwinden und sich aus der Isolierung des „Ich-Seins“ mitfühlend zu vereinen.