Valentinstag: leider doch nicht doof

Valentinstag… das ist doch was für Prolls und Anfänger… ein Bekommtag… sagte ich immer. Und war total traurig, wenn keine rote Rosen auf dem Tisch standen…

Ich persönlich kenne niemand, der den Valentinstag so richtig gut findet. Aber ich kenne auch keine Frau, die nicht bemerken würde, wenn sie an diesem Tag nicht eine klitzekleine Geste der Zuneigung bekommen würde.

Vor einigen Tagen wurde ich gefragt, ob ich ein Interview für´s Radio über den Valentinstag machen würde. Dieses Interview soll Teil einer Radio- Werbung für eine große Blumenfirma sein. Äh, dachte ich mir und wies das innerlich weit von mir. Aber dann hatte ich doch Lust.

Der Journalist war eine echt coole Socke und es war so richtig lustig. Danach sind wir noch Kaffee trinken gegangen zusammen. Ich hab sogar was gelernt. Einerseits mit welcher Milch man zuhause perfekten Milchschaum hinbekommt (es klappt wirklich: die orange/blaue H Milch aus dem Bioladen), andererseits was es historisch mit dem Valentinstag auf sich hat:

Wo kommt denn die Bedeutung des Valentinstag her?

Da gibt es sogar zwei Überlieferungen, beide aus dem alten Rom.

Valentin war ein Priester, der es liebte, jungen Liebenden Blumen zu schenken. Doch er hatte noch eine weitere Angewohnheit: er traute Soldaten, die in den Krieg zogen. Das kostete ihn das Leben. Denn damals durften Soldaten nicht heiraten. Deshalb wurde er hingerichtet. Das war am 14.2.624 n. Chr. Ihm zu Ehren entstand die Tradition,  an diesem Tag Blumen unter Liebenden zu verschenken.

Die andere Überlieferung besagt, dass an diesem Tag die jungen Mädchen zu dem Tempel der Juno pilgerten, um durch ihr Liebesorakel den richtigen Zukünftigen zu finden. Juno ist die Göttin der Familie, Ehe und der Fürsorge. Um sie gnädig zu stimmen, wurden ihr Blumen geopfert. Und dies natürlich nicht nur von den erwartungsvollen jungen Mädchen…

Das war mir neu! Da muss ich unbedingt auch mal hin pilgern, mit Blumen! 😉

Nicht neu ist mir folgendes:

Rote Rose auf Bestellung

Wie bei allen Dingen, die wir bekommen, weil eingefordert, erwartet oder was auch immer, freut uns auch die rote Rose zum Valentinstag nicht richtig. Es sei denn, unser Partner hat sich richtig Gedanken gemacht und bewegt sich fern des Erwarteten. Warum sollten Blumen zum Beispiel nur von Männern geschenkt werden? Und wieso ausgerechnet am Geburtstag, Jahrestag, Hochzeitstag und am Valentinstag? Einfach zwischendurch mal ist doch viel toller!

Valentinstag ist ein Reminder

Im Alltag funktionieren gute Beziehungen reibungslos. Schlechte funktionieren auch, allerdings mit Reibung. So wie das Auto ab und zu in die Inspektion muss, Mitarbeitergespräche oder Supervision normal geworden sind, kann man auch den Valentinstag sehen. Er kann Bewusstsein schaffen, die Beziehung wertzuschätzen. Den Blick darauf lenken, wofür man dankbar ist.

Nicht-kommerzielle Valentinstag Ideen:

  • Weißt du noch, damals…? Erinnerungen austauschen und die gemeinsame Paargeschichte reflektieren. Was sind die ersten Erinnerungen, an damals, als die Partnerschaft begann?
  • In was habe ich mich damals eigentlich genau verliebt? Dem anderen sagen, was beim Kennenlernen fasziniert hat. Was hat die Liebe entzündet?
  • Welche Rituale hatte das Paar damals? War es oft Tanzen und danach immer einen Burger essen gegangen? Oder trafen sich die beiden bei Vollmond immer an einer bestimmten Stelle? Oder unterhielten sich manchmal in Babysprache oder war die Kommunikation von Filmzitaten geprägt?
  • Einen Liebesbrief schreiben
  • Eine schön gestaltete Dankbarkeitsliste aufhängen
  • Eine Love- Photo- Buch machen. Entweder mit der echten Geschichte, oder angelehnt an ein Märchen, ein gemeinsam gelesenes Buch oder einen Film

Aber auch kommerzielle Dinge wie schöne Blumen und ein romantisches Essen können gut ankommen. Aber bitte nicht nur am Valentinstag. Einfach so. Weil es Spaß macht.

Frei nach meinem Kollegen Dr. phil. M. Schmidt und nach Herbert Achterbusch: Denken, fühlen und entscheiden Sie vorsichtshalber selbst…

Den restlichen Inhalt des Interviews verrate ich nicht. Sie werden es sicherlich entweder selbst im Radio hören, läuft bei verschiedenen Sendern als Werbung. Oder aber bei Interesse demnächst auf meiner Presse Seite finden. Das Interview greift auch meinem Artikel für die nächste Woche vor. Da soll es darum gehen, dass wir zwar die Worte des andern meist alle kennen, uns jedoch durch ein gesagtes „ich liebe Dich“ nur ca 33%ig geliebt fühlen… warum wieso weshalb? Nächste Woche lesen!

Das könnte Sie auch interessieren:

Präventive Paartherapie- wie gelingt Glück

Gemeinsame Erinnerungen

Warum Verliebtheit ein Prüfung ist

Rituale

Ritual für den Partner

Komplimente

Glücklich sein…

Der Effekt der inneren Einstellung

Gleiche Augenhöhe in Partnerschaften

Rituale in der Therapie