8 Tipps: So bleiben Sie trotz Corona-Quarantäne als Paar glücklich

Was hat Paartherapie mit Corona zu tun?

Auf den ersten Blick nicht viel. 

Doch recht schnell wird sichtbar, dass Konflikte beinahe vorprogrammiert sind. Vielleicht kennen Sie das ja auch: Wenn man zu dicht aufeinander hockt, an Weihnachten oder in einem verregneten Urlaub, gefangen in einem engen Hotelzimmer, liegen die Nerven schnell blank. Über Angst und Stress, weil keiner weiß, wie es mit der Covid-19-Pandemie weitergeht, will ich an dieser Stelle gar nicht sprechen.

Viele arbeiten jetzt von zuhause aus. Schulen bleiben geschlossen, Kinder und Eltern sind gemeinsam zuhause. Statt der gewohnten Rituale des Arbeitens und Lernens außer Haus, statt der Kontakte mit anderen Menschen hat man nun eine merkwürdige Situation. 

Man sieht sich als Familie von morgens bis abends, so als hätte man Urlaub. Man hat aber keinen Urlaub, sondern muss arbeiten. Es fehlt womöglich an Rückzugsraum. Arbeit und Familiäres vermischen sich. Auch die Arbeit ist nicht wie sonst, im Homeoffice gibt es Unbequemlichkeiten und Provisorien.

Für eine Familie bedeutet das, dass die Kinder die Eltern nicht stören sollten, die Eltern die Kinder nicht wegstoßen, dass sie gleichzeitig aber produktiv, ruhig und gelassen bleiben sollten.

Mittlerweile hat sowohl Bento als auch Noizz mit mir als Interviewpartnerin zu diesem Thema gesprochen.

Was bedeutet Quarantäne für die Partnerschaft?

Ähnlich wie bei Unternehmerpaaren vermischt sich nun sehr leicht Privates mit Beruflichem. 

Kaum ein Paar hat zwei Computerarbeitsplätze und zwei Büros zuhause. Also muss man sich organisieren. Wo ist noch ein Plätzchen für den Laptop? Wo kann ungestört telefoniert werden? So kann es sein, dass die erste und letzte „Arbeitsbesprechung“ morgens und abends am Esstisch oder gar im Schlafzimmer stattfindet.

Ein anderes Problem ist, dass man sich als Paar in der Quarantäne auf die Pelle rückt, den eigenen Freiraum einschränkt. Zuviel Nähe kann nerven. Es tut Beziehungen nie gut, den Partner permanent um sich zu haben. Es tut niemandem gut, überhaupt keine Zeit für sich selbst zu haben. Entweder rutscht ein Paar dann in eine „Brüderchen und Schwesterchen“-Situation und verliert die Leidenschaft aneinander oder die Partner versuchen sich Raum durch Abgrenzung zu verschaffen.  

Wie das im Guten funktionieren kann, erkläre ich gleich.

Schauen wir uns einmal an, was häufig passiert: Der Partner/die Partnerin geht Ihnen latent auf die Nerven. Eigentlich hat er/sie nichts falsch gemacht. Er oder sie steht einfach nur im Weg und ist da. Sie aber wollen und müssen sich mit der neuen Corona-bedingten Situation zurechtfinden. 

Vielleicht haben Sie noch nie im Home-Office gearbeitet. 

Sie reagieren vielleicht etwas kurz angebunden. Sie konzentrieren sich auf Ihre Arbeitsaufgaben. Ihr Ton wird geschäftsmäßig sachlich. Ihr Partner spricht das an, findet sie abweisend, nicht liebevoll genug. Sie verteidigen sich und schwuppdiwupp entsteht ein Streit.

Mehr Nähe durch mehr Zeit miteinander?

Eigentlich wünschen sich die meisten Paare mehr Zeit miteinander. Das ist erst einmal etwas Positives: viel Nähe miteinander, exklusive Zeit als Paar füreinander…

Dies beinhaltet sowohl Aufmerksamkeitsfokussierung auf den Partner, gute Gespräche, innige Zweisamkeit als auch Zärtlichkeiten und Sexualität.

Immer ganz beim anderen zu sein, ist etwas anderes, als gemeinsam in einem Raum zu sein. Genau hier sehe ich die größte Chance, gut durch die Krisen-Zeit zu kommen. Nicht die Quantität der gemeinsamen Zeit ist entscheidend, sondern die Qualität bewusst gestalteter Momente.

Sich nicht mehr so gut ablenken können ist heftig. Man wird mit den eigenen Gefühlen konfrontiert. Da ploppen schon mal Sorgen und Ängste hoch, die sonst gut unter dem Deckel gehalten werden. Diese Sorgen können während der Corona Zeit existenziell werden. Diese Gefühle werden in die Partnerschaft getragen. Sie können derzeit nirgend wo sonst abgeladen werden. 

Wir müssen lernen, mit diesen Gefühlen konstruktiv umzugehen. Das kann ganz schön schwer sein, weil wir uns normalerweise ablenken würden. Doch der Sportverein hat zu und Fernsehen wird auch schnell langweilig. Also müssen wir schnell lernen, mit unseren eigenen Gefühlen klar zu kommen und die nicht am Partner auszulassen. 

Was tun, damit die Partnerschaft die Corona-Quarantäne gut übersteht?

  1. Klären Sie mit Ihrem Partner und Ihren Kindern, was für jeden einzelnen gerade ansteht und zu leisten ist. Besprechen Sie, wie das organisiert werden kann
  2. Als Paar definieren Sie klar untereinander, was Ihnen beiden wirklich wichtig ist. Das beugt emotionalen Verwirrungen vor.
  3. Absprachen und Regeln erarbeiten, die für die Arbeitszeit im Home-Office gelten
  4. Selbstreflektion und Feedbackfähigkeit trainieren: Wie geht es Ihnen gerade und was brauchen Sie, damit es Ihnen gut geht?
  5. Wertschätzend eigene Bedürfnisse kommunizieren und tolerant mit denen der anderen umgehen. Das heißt auch, gesetzte Grenzen zu respektieren oder sich an Besprochenes zu halten 
  6. Persönliche Freiräume respektieren
  7. Streit als das sehen was er ist und positiv nutzen: Reibung erzeugt Wärme, Streit klärt Dinge und Standpunkte
  8. Neue Rituale ungeteilter Aufmerksamkeit füreinander erfinden

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Krise mit dem Partner wegen Home-Office?

Holen Sie sich Hilfe, um einen guten Umgang damit zu finden.

In Krisenzeiten werden bestehende Schieflagen verstärkt.

Was schon lange unter dem Deckel gehalten wurde, bricht leicht durch. Das ist nichts Schlimmes, sondern ein völlig normaler Prozess.

Viele meiner Klienten haben eine weite Anreise zu meiner Praxis, oft auch aus dem Ausland. Damit niemand trotz Quarantäne ohne Unterstützung bleiben muss, bietet meine Praxis neuerdings Live-Video-Beratungen per Zoom online an.

Interviews von Vera Matt finden Sie auf der Medienspiegel-Seite:

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Vera Matt ist bekannt aus:

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