Streit an Weihnachten

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An Weihnachten werden hohe Erwartungen geknüpft, und dann gibt es doch wieder Tränen und Streit.
Jedes Jahr das gleiche Lied: Zwar freuen sich meist alle auf die Weihnachtsfeiertage – endlich wieder Zeit für den Partner, die Kinder, die Enkel – doch dann kommt alles ganz anders: Was als harmonisches Beisammensein unter dem Tannenbaum gedacht war, entpuppt sich als Tanz auf dem Vulkan. Über kurz oder lang kochen angestaute Emotionen über. Am Ende hacken Pärchen aufeinander ein, giftet der Vater den Sohn an und die Mutter ist tieftraurig, dass der Abend in die Hose geht. Warum endet das Fest der Liebe und Versöhnung so oft in Streit und Tränen?

An Weihnachten können sich Paare nicht so leicht aus dem Weg gehen wie im Arbeitalltag. Da werden schnell tiefsitzende Probleme sichtbar. Wenn man dann noch unter Druck versucht, Harmonie zu erzeugen, geht das oft schief. Frei nach dem Motto: Wenn wir an diesem wunderbaren Fest nicht glücklich sein können, wann dann?

Wie kommt es zu Streit an Weihnachten?

Auslöser des Familienkrachs zur heiligen Nacht sind die unterschiedlichen Erwartungen aller Beteiligten: Der Familienvater will endlich ausspannen, die Mutter möchte für ihr Essen gelobt werden, die Teenager-Kinder wollen ausgehen. Deshalb sollte man sich in Ruhe vor dem Fest darüber klar werden, was man eigentlich von Weihnachten erwartet und mit der Familie darüber sprechen. „Was bedeutet Weihnachten für mich? Wie will ich es feiern? Mit wem will ich es feiern? Das sind zentrale Fragen, die im Vorfeld geklärt werden sollten“, rät Matt.

Oft ist es der weibliche Teil der Familie, der enttäuscht am Ende des Feiertags zurückbleiben. Sie sind diejenigen, die das Fest vorbereiten, das Haus schmücken, das Essen zubereiten. Dafür erwarten sie Dank und Anerkennung, und wenn die ausbleibt, ist der Frust vorprogrammiert. So wie bei der Oma, die unter Zeitdruck Notenblätter für die ganze Familie kopierte, nur um festzustellen, dass am Ende keiner singen wollte. Matt rät deshalb, eine Art Fahrplan festzulegen mit Regeln und Zeitfenster, an die sich alle halten müssen. Wenn die Oma will, dass alle singen, geht das, aber eben nur drei Lieder lang. Danach dürfen die Enkel ihre Musik hören. Damit umschifft man Konflikt-Klippen und gibt dem Datum die Bedeutung, die es ursprünglich mal hatte: Die Versöhnung aller Menschen – auch wenn sie höchst unterschiedlich sind.