Die Geliebte – Biest oder Opfer

Die Geliebte – Biest oder Opfer. Frau mit roten Lippen und Fingernägeln. Kussmund.

Die Geliebte ist frei und unabhängig. Sie kann tun und lassen, was sie möchte. Kann sie das? Sie wartet, hängt in der Luft und wenn es wichtig wird, ist sie außen vor.

Die Geliebte  zu sein, hat auf den ersten Blick Vorteile. Die Beziehung bleibt spannend und der gebundene Mann kann kaum Ansprüche an die „Andere“ stellen. Sie ist somit eine freie Frau, die tun und lassen kann, was ihr beliebt. Doch die Dritte im Bunde zu sein, ist leider nicht so einfach! Fremdgehen ist nie völlig unbelastet. In meine Praxis für Paartherapie kommen viele, die in einer solchen Konstellation verzweifelt sind.

Die Geliebte ist die „andere Frau“:

Die ersten Stunden mit ihr waren aufregend und schön, doch zuhause am Esstisch mit der Ehefrau schmeckt´s noch mal so gut. Obwohl genau das befürchtet wird, ist es für viele Frauen in der Rolle der Geliebten dennoch ein harter Schlag. Meist wusste sie  ja vorher, dass es keinen Sinn machen würde, Druck auf zu bauen oder zu kämpfen: Der geliebte Mann ist bereits vergeben und gebunden. Weh tut es trotzdem. Die meisten Geliebten nehmen für ein paar schöne Stunden mit ihm vieles in Kauf.

Geliebte eines gebundenen Mannes zu sein bedeutet meistens viel Frust

Meistens glauben Frauen, dass es DIE BEZIEHUNG werden würde, alles fing ja so perfekt an und das große Hoffen beginnt. Die Geliebten warten meist auf Abruf auf den Mann ihrer Träume, oft können sie ihn selbst gar nicht anrufen oder kontaktieren und nicht selten wird ein Treffen als sexuelles Workout zum Ritual. Oft rührt sich das Gewissen und mit Gedanken an die andere Frau, die gerade betrogen wird,

Geliebte warten – auf Anrufe und Entscheidungen

Will eine Frau in der Rolle der Geliebten ihren Lover sprechen, weil sie ihn gerade so vermisst, sind ihr die Hände meist gebunden. Kann sie ihn anrufen, hört sie anstelle der geliebten Stimme oft die Frau oder die Kinder sprechen. Auch das sind Nadelstiche ins Herz der Geliebten. Also sitzen Geliebte oft vor dem Telefon und warten auf seinen Anruf.

Keine Anrufe, keine Briefe, keine Fotos. Keine gemeinsamen Freunde, kein Händchenhalten und Küssen in der Öffentlichkeit? Auch die Wochenenden sind meist für die Geliebten Horror: Während sie ihn vermisst, ist er mit seiner Familie unterwegs. Auch Weihnachten und andere Feiertage sind Trauertage für Frauen in dieser Rolle. Sehr geqäulen sie sich dann mit den Vorstellungen, was der geliebte Mann gerade mit seiner Frau tut.

Wer hat die „bessere“ Rolle? Die Geliebte oder die offizielle Frau?

Es leiden meist alle in einer solchen Konstellation. Wer zuerst aus der Rolle des Opfers in einer solchen Konstellation aussteigen kann, ist eine Frage der Konsequenz, Geduld und manchmal auch List.

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