Warum du nicht gemocht wirst, obwohl du nett bist

Je mehr du dich anstrengst beliebt zu sein, umso bedürftiger wirkst du auf andere. Je weniger Mühe zu gefallen du dir hingegen gibst, umso mehr wirst du geliebt. Eine gewagte These.

Die beliebtesten Menschen leben aus sich heraus, machen, was sie wollen, und begeistern andere. Sie wirken attraktiv, haben eine positive Ausstrahlung. Je klarer du mit dir selbst bist, umso heller leuchtest du.

Es nützt nichts, sich selbst und anderen etwas vorzumachen. Wenn Du voller Selbsthass oder Selbstzweifel bist, wirst du versuchen, mehr zu leisten, anderen zu imponieren, Geld zu bunkern oder keins zu haben. Du wirst dir einen Partner suchen, den entweder du von oben herab behandelst, um dich besser zu fühlen, oder jemanden, der dich von oben herab behandelt. Jemanden, der dich mindestens genauso abwertet, wie du dich selbst.

Auffällig ist es beim Flirten. Es gibt Menschen, die einen anlachen und man nicht anders kann, als darauf einzugehen und zurück zu lachen. Dann wiederum gibt es Zeitgenossen, die einen zwar auch anlachen, bei denen man aber Säbel rasseln hört, die Handschellen der bevorstehenden Zwangshaft oder auch die Saugnäpfe der Bedürftigkeit zu spüren vermeint. Gleich einem schwarzen Loch scheinen die eigene Energie und Lebensfreude oft in Gegenwart eines solchen Menschen eingesaugt zu werden. Flirten in solch einen Fall Fehlanzeige.

Häufig höre ich in meiner Praxis für Paartherapie folgendes: Wenn ich doch bloß einen Partner hätte, wäre ich glücklich. Das ist fatal. Denn das Gegenteil ist wahr. Wärst Du aus Dir heraus glücklich, dann hättest Du auch mit Leichtigkeit einen Partner.

Das Lächeln des Haifisches

Eine Studie besagt angeblich, dass es uns sofort besser gehen soll, wenn wir lächeln. Unser Gehirn würde dann Glückshormone produzieren. Nun, es gibt aber auch eine Studie, die zeigt, dass echtes Lächeln ganz andere Muskeln aktiviert als ein aufgesetztes es jemals kann.

Auch andere körpersprachliche Unterschiede lassen sich wahrnehmen. Die Art der Körperspannung ist verschieden und kleinste nonverbale Signale werden wahrgenommen.

Du kannst weder Dir noch Deinem Partner etwas vormachen, weil Du Dich auch durch Mikromimik und Motorik ausdrückst. Wenn Du Dich nicht wohlfühlst, solltest Du kein erstarrtes Lächeln aufsetzten. Es sei denn, Du kannst vor lauter Botox im Gesicht nicht anders. Auch wenn jemand noch so gut schauspielern kann, nützt es nichts nur zu lächeln.

Deine Ausstrahlung ist das, was andere von Dir wahrnehmen

Wenn zwei Menschen das Gleiche tun, hat das oft nicht dieselbe Wirkung. Jemand, der etwas aus tiefster innerer Überzeugung tut, hat eine ganz andere Ausstrahlung als jemand, der innerlich mit den Zähnen knirscht oder etwas nur deshalb tut, um von anderen Bestätigung zu bekommen. Doch nicht nur deine Überzeugung überträgt sich, auch dein Gefühl kommt beim anderen an.

Man merkt sofort, ob jemand ganz bei der Sache ist oder ob es innerliche Widerstände gibt. Doch nicht nur innere Widerstände, sondern auch Wertekonflikte oder mangelnde Selbstliebe verursachen beim Gegenüber schale Gefühle. Du kannst Dir Mühe geben, so viel du willst. Wenn Du nicht authentisch bei dir selbst bist, strahlst du auch nicht das aus, was du senden möchtest. Deine fehlende Selbstliebe oder mangelnde Klarheit über dich selbst werden von anderen meist sogar noch deutlicher wahrgenommen als das, was du darzustellen versuchst.

Gefühle sind ansteckend!

Wenn Du dich wohlfühlst, wenn du mit dir selbst im Reinen bist, kannst du entspannt, großzügig und gelassen auf die Herausforderungen des Tages reagieren. Du hast gewissermaßen deine Heimat in dir selbst. Es ist nicht so wichtig, dass andere dich verstehen, weil du selbst dich verstehst. Viel mehr interessierst du dich für andere. Du willst verstehen, was sie beschäftigt. Dein inneres Wohlgefühl lässt andere sich in deiner Gegenwart sofort wohler fühlen.

Selbstbetrug und Selbstschutz

An dieser Stelle möchte ich die Selbst-Wörter ins Spiel bringen. Allen voran Selbstwert und Selbsterkenntnis. Diese führen zu Selbstannahme und zu Selbstliebe.

Doch machen wir uns allzu oft etwas vor. Kaum jemand gibt Selbsthass zu. Doch wenn wir uns umschauen, sehen wir zwar Selbsthass, doch allerorten mangelnde Selbstliebe in vielen Gewändern:

  • Opferdenken
  • Projektion
  • Perfektionsstreben
  • Schönheitswahn
  • Harmonie bis zu Selbstaufgabe
  • Macht-Tendenzen
  • Kontrolle
  • Angriff und Aggression
  • Vermeidung
  • Suchtverhalten
  • Lügen

Damit kompensieren wir meist etwas. Wir leben nicht von innen nach außen, sondern von außen nach innen. Wir wollen Bestätigung, Anerkennung und sehen uns danach, gut gefunden zu werden. Doch das sind Kinderbedürfnisse!

Niemand kann uns als erwachsenen Menschen auf Dauer von außen das geben, was wir von innen entwickeln müssen. Kein Mensch kann schwarze Löcher von außen stopfen.

Entweder werden wir emotional abhängig oder suchen uns gleich dem Mythos der Vampire stets neue Wirte, deren Lebensfreude wir in uns aufsaugen.

Liebst du dich selbst? Hand aufs Herz! Tust du dir gut? Weißt du überhaupt, was dir guttut, wie du deine Akkus auflädst, was dir leuchtende Augen macht?

Oder brauchst du andere, um nicht allein mit dir selbst sein zu müssen?

Was kannst du tun?

Wenn du von anderen geliebt und begehrt werden möchtest, liegt das Geheimnis also darin, mit dir selbst im Reinen zu sein!

Needy-sein ist nicht sexy.

Oft haben Lebensumstände dazu geführt, dass du dich selbst nicht gern hast. Aber es kann auch sein, dass du nie gelernt hast, dich zu fragen, was du selbst eigentlich willst. Oder es ist so, dass du nicht das lebst, was deinen Werten entsprechen würde. Manchmal beißen sich auch Werte führen zu inneren Konflikten.

Wenn du magst, schauen wir uns das gemeinsam an. Oft ist es ganz einfach, mit sich selbst ins Reine zu kommen.

Du möchtest mehr gemocht werden? Kein Problem.

Wenn Du das Gefühl hast, Dich viel zu sehr darum zu bemühen, Dich so zu verhalten, dass Dich andere mögen: hör auf damit!

Ein Coaching kann Dir zeigen, wie Du Dein inneres Licht zum leuchten bringst.

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Interviews von Vera Matt finden Sie auf der Medienspiegel-Seite:

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Warum du nicht gemocht wirst, obwohl du nett bist