Selbstwertgefühl stärken: So geht´s

Stärkt dein Selbstwert deine Partnerschaft oder brauchst du deine Partnerschaft, um dein Selbstwertgefühl aufzubauen?

Selbstwert, Selbstwertgefühl, Selbstvertrauen, Selbstsicherheit und Selbstwasweißichnicht. Im Alltag würfeln wir diese Gefühle oft wild durcheinander. Irgendwie soll das alles mit dir zu tun haben. Mit dir, und aussagen, wie lieb du dich selbst hast.

Ich picke mir heute mal das Selbstwertgefühl heraus, weil dieses Gefühl kein Gefühl, sondern eine Haltung ist. Sie hilft dir extrem in deiner Partnerschaft weiter, wenn du sie kultivierst.

Was ist Selbstwertgefühl?

Dein Selbstwertgefühl ist nichts Statisches oder Messbares, dass zuverlässig in Zahlen ausgedrückt werden könnte. Es schwankt. Es ist nie konstant, sondern von allem Möglichen abhängig.

Dein Selbstwertgefühl kannst du in verschiedenen Situationen unterschiedlich empfinden. Es kann sein, dass du im Berufsleben tief in deinem Inneren keine Zweifel daran hast, wie gut du bist. Doch sobald du Zuhause durch die Tür trittst, fragst du dich, ob du alles richtig machst, genügst oder gut genug bist. Es kann sein, dass du jeden Blick, jede Geste oder jeden Satz deines Partners innerlich auf die Goldwaage legst. Womöglich prüfst du ständig, ob du etwas falsch gemacht hast und gibst dir extreme Mühe.

Aber auch je nach Tagesform kann dein Selbstwertgefühl unterschiedlich sein. Wurdest du gelobt, mit leuchtenden Augen angeschaut? Oder wurdest du angemeckert und kritisiert? Ist dir etwas besonders gut gelungen oder gar missraten? Oft, und obwohl wir das überhaupt nicht wollen, beeinflusst uns das noch Stunden später.

Selbstwertgefühl misst sich an anderen, am Umfeld oder an den eigenen Maßstäben und Werten. Es ist ein Gefühl, das bewertet. Um zu bewerten, braucht es die Polarität. Eine gute und umfassende Definition des reinen Begriffes Selbstwertgefühl findest du im Lexikon der Psychologie.

Doch wobei hilft uns ein stabiles Selbstwertgefühl?

Wozu brauchen wir überhaupt ein gutes Selbstwertgefühl, könntest du fragen. Wäre es nicht besser, die anderen zu schätzen und für wertvoll zu erachten? Ist ein starkes Selbstwertgefühl nicht beinahe egoistisch oder gar narzisstisch?

Ich liebe es, Dinge auf den Kopf zu stellen, um mich einer Sache gedanklich anzunähern. Deshalb möchte ich gerne auflisten, was die Folgen eines schlechten, geringen oder kaum ausgeprägten Selbstwertgefühls sind.

Schlechtes Selbstwertgefühl – was macht das mit dir?

Mache ganz kurz bitte folgendes Gedankenexperiment. Danach schüttele dich bitte und fühl dich wieder stark. Wie würde es sich anfühlen, wenn du keinen Selbstwert hättest?

  • Ein negatives Bild von dir selbst zieht dich herunter
  • Dein Immunsystem wird geschwächt
  • Du traust dir nichts zu
  • Häufig wird ein anderer Mensch demontiert, um sich selbst innerlich etwas überlegen zu fühlen
  • Wenn etwas nicht auf Anhieb klappt oder du kritisiert wirst, neigst du zu Zweifeln
  • Du gibst schnell auf, wenn etwas nicht klappt
  • Die Meinung oder Befindlichkeit eines anderen steht über deinem Empfinden
  • Bestimmt wirst du schnell frustriert sein und schnell den Sportsgeist verlieren, wenn sich etwas als zäh, aufwendig oder kompliziert erweist
  • Neigung zur Selbstkritik bis hin zum Selbsthass
  • Du traust dir nichts zu und hast Angst vor möglichen Misserfolgen oder vor Versagen
  • Verstärkte Neigung zu psychischen Belastungen
  • Depressive Menschen haben häufig ein sehr geringes Selbstwertgefühl

Du siehst, andere mehr zu lieben als sich selbst, ist nicht der beste Lifestyle. Du kannst andere gar nicht richtig lieben, wenn du nicht bei dir selbst beginnst.

Bitte bleibe nicht bei der Vorstellung, wie sich ein schlecht ausgeprägter Selbstwert anfühlt. Es ging es nur darum, zu verdeutlichen, wie wichtig ein gutes Selbstwertgefühl ist! Was aber, wenn das Selbstwertgefühl statt gering sehr hoch empfunden wird?

Kann das eigene Selbstwertgefühl überhaupt zu positiv sein?

Menschen, deren Selbstwertgefühl sehr stark ausgeprägt ist, neigen dazu, nur die eigenen Stärken zu sehen und jeden blinden Fleck zu verdrängen. Sie überschätzen und übernehmen sich oft und können ihr Umfeld, beruflich oder privat damit ziemlich strapazieren. Denn meist sind sie nach außen hin vermeintlich immun gegen Feedback oder Kritik.

Es ist eine Gratwanderung. Meiner Meinung nach kannst du nicht zu viel Selbstwert haben, vorausgesetzt, dass du schätzt andere genauso wie sich selbst.

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Selbstüberhöhung

Unrealistische Wahrnehmungen des eigenen Selbstwertes treten besonders häufig in kritischen Lebenslagen auf. Sie tragen dazu bei, das eigene Selbstbild zu schützen. Manchmal geht es auch darum, sich bei realen Bedrohungen noch selbstwirksam zu erleben. Selbstüberhöhung kann auch auf narzisstische Tendenzen hinweisen.

Selbstwert in der Partnerschaft

Gehörst du auch zu denjenigen, die statt eines gesunden Selbstwertgefühls manchmal ein Fremdwertgefühl empfinden? Leider geht es vielen Menschen so, dass sie den Wert ihrer eigenen Persönlichkeit von der Bewertung anderer abhängig machen. Dann hungert man nach Anerkennung, Bestätigung und Zuwendung. Das ist für den betroffenen Partner oder die Partnerin mitunter anstrengend.

Zu Beginn einer Partnerschaft bekommt unser Selbstwert einen enormen Schub. Nach einer Trennung sinkt er. Doch beides hält nicht lange an. Eine dreijährige Studie (C. Luciano und Ulrich Orth vom Institut für Psychologie an der Universität Bern) zeigt, dass sich das Selbstwertgefühl spätestens nach einem Jahr auf das normale Niveau eingependelt hat. Es wurde auch der Zusammenhang zwischen Selbstwert und dem Zustandekommen einer Partnerschaft erforscht.

Ein Single mit einem hohen Selbstwert geht wahrscheinlicher eine Beziehung ein. Paare mit hohem Selbstwert trennten sich im Zeitraum der Studie seltener als Paare mit geringem Selbstwert.

In meiner Praxis höre ich häufig, dass Partner mit einem geringen Selbstwert besonders anhänglich und abhängig von Lob und Anerkennung, Zuwendung und Sicherheit sind. In schwierigen Situationen zieht sich ein Partner mit geringem Selbstwert zurück, oder reagiert zu schnell und zu heftig, statt die Situation zu klären.

Es scheint, es gäbe eine einfache Formel:
Je höher euer Selbstwertgefühl ist, umso zufriedener werdet ihr in eurer Partnerschaft sein.

Stell dir einmal vor, wie es wäre, wenn dein Partner, deine Partnerin etwas sagt, was sich blöd für dich anfühlt. Du könntest jetzt zurückschießen, pampig reagieren, sie oder ihn zur Rede stellen oder demonstrativ schweigen. Doch du könntest auch grinsen und einen selbstironische Spruch zum Besten geben, nachfragen oder etwas Lustiges sagen. Überleg mal, wie würdest du reagieren, wenn du ein super starkes Selbstwertgefühl hättest? Würdet ihr mehr oder weniger streiten?

Belastende Beziehung: Schwächung deines Selbstwert

In manchen Partnerschaften herrscht ein schlimmer Umgangston. „Das schaffst du nicht“, „Warum hast du schon wieder …“ oder Vorwürfe, Beleidigungen, Fremdgehen, Erpressungen oder Gewalt greifen den Selbstwert des betroffenen Partners an. Wenn man oft genug erlebt, wie der Partner oder die Partnerin sich übergriffig und abwertend verhält, glaubt man schließlich, dass man irgendwie minderwertig ist. Dann gehen die verletzenden Worte des Partners in den eigenen inneren Dialog über. Auch die Haltung sich selbst gegenüber wird dadurch negativ beeinflusst.

Glückliche Beziehung: Stärkung deines Selbstwerts

Wenn du frisch verliebt bist, schwebst du auf Wolke Sieben, mit dir auch dein Selbstwertgefühl. Auch in einer glücklichen Partnerschaft bestärkt ihr euch gegenseitig, fördert und ermutigt euch. Das lässt deinen Selbstwert wachsen.

Wenn du dich bedingungslos geliebt fühlst, genauso wie du bist, streichelt das deinen Selbstwert und stellt ihn niemals in Frage. Häufig ist es so, dass gerade kleine Selbstwert-Krisen durch eine glückliche Partnerschaft direkt relativiert und repariert werden.

Deinen Selbstwert zu kennen und zu stärken, setzt Selbstliebe voraus. Selbstliebe ist die Basis, einen anderen Menschen lieben zu können, bindungsfähig zu sein und bewusst deine Partnerschaft zu gestalten.

Doch wenn du eine Partnerschaft eingehst, um dich gesund lieben zu lassen, deine fehlende Selbstliebe oder fehlenden Selbstwert aufzutanken, wird das nicht funktionieren. Stattdessen wirst du Konflikte haben, die deiner Beziehung schaden. Bestätigung durch den Partner zu suchen und dadurch fehlendes Selbstwertgefühl vom Partner zu bekommen, ist eine Falle. Das Wechselspiel zwischen Selbstwert und Beziehung funktioniert anders. Niemand kann den eigenen Wert über einen Partner definieren. Wenn man sich selbst nicht mag und Zweifel an sich hat, muss man das von innen her aufbauen.

Wie entsteht Selbstwert?

In deiner Kindheit hat sich dein Selbstwert entwickelt durch Lob, Anerkennung und durch den Glauben an dich. Auch die Art und Weise, wie deine Eltern miteinander lebten, prägte dich. Soweit die Theorie. Doch weit prägender ist das, was du daraus machst. Nimmst du Erfahrungen als Erfahrungen oder urteilst du über dich, denkst, du hast versagt oder „gewonnen“?

Deine innere Stimme kann ein Eigenleben entwickeln und sich zu einer fies-strengen Gouvernante entwickeln, die dich ständig heruntermacht, an dir herum kritisiert und niemals zufrieden ist mit dir.

Eine Reihe von Überzeugungen prägen sich dir ein: nicht schön, gut oder schlau genug zu sein oder dass es wichtig ist, was andere über dich denken.

Aber auch durch die Medien wird dein Selbstwert beeinflusst, da du dich, oft unwissentlich, ständig mit anderen vergleichst. Eine perfekte Welt, perfektes Essen, perfekte Wochenenden auf Instagram oder Facebook vor der Nase machen dich nicht glücklich, sondern lassen dich und dein echtes Leben fad aussehen. Vielleicht hängt dein eigener Selbstwert auch schon von Likes, Klicks und Herzchen ab.

Die 7 Säulen eines starken Selbstwertgefühls

Ähm, die schlechte Nachricht zuerst. Nicht dein fieser kleiner Bruder, deine missgünstige Lehrerin, Kollegin oder wer auch immer ist verantwortlich für deinen Selbstwert, sondern du SELBST. Unangenehm, ich weiß. Die gute Nachricht ist, es gibt ein paar richtig gut umzusetzende Dinge, die du tun kannst.

Worauf musst du SELBST achten, um dir deinen WERT bewusst zu machen?

  • Bewusst Leben
  • Eigenverantwortliches Leben
  • Zielgerichtetes Leben
  • Selbstannahme und Selbstakzeptanz
  • Selbstsicheres Einstehen für sich selbst
  • Authentizität
  • Kongruenz

Es gibt ein sehr bekanntes Zitat über die inneren Zweifel, die uns unser Licht unter den Scheffel stellen lassen. Wir glauben oft selbst nicht an unsere Größe und fürchten uns davor, in unsere Kraft zu gehen. Das ist nicht gut für unser Selbstwertgefühl!

Unsere tiefste Angst ist es nicht, ungenügend zu sein.
Unsere tiefste Angst ist es, dass wir über alle Maßen kraftvoll sind.

Nelson Mandela

Es ist also unser Licht, nicht unsere Dunkelheit, die wir am meisten fürchten.
Warum? Weil wir erst in unsere eigene Größe hineinwachsen. Das wiederum geht mit der Stärkung des Selbstwertgefühls einher.

Wie kannst du dein Selbstwertgefühl stärken?

Die oben aufgeführten Punkte zu kennen, hilft dir wahrscheinlich noch nicht weiter. Ein Rezept zu kennen bedeutet ja auch nicht, eine Torte dann auch wirklich zu backen.

Deshalb habe ich hier ganz konkret meine besten Tipps für dich:

  • Beginne damit: Achte darauf, wie du innerlich mit dir selbst sprichst.

Unterstützt du dich, feuerst du dich an, lobst du dich und baust dich auf? Na? Hier solltest du beginnen. Denn wenn du selbst dein strengster Kritiker bist oder dich abwertest, wird alles vergeblich sein, was du zum Selbstwert-Aufbau unternehmen wirst. Denn dann würdest du sogar zwar jede Kritik von außen für bare Münze nehmen, aber keinerlei Lob oder Anerkennung für voll nehmen. Beginne also an dem Glauben an und über dich selbst zu arbeiten und starte damit, deinen inneren Dialog dir selbst gegenüber unterstützend zu gestalten. Du musst dich nicht als Superhelden empfinden oder dir innerlich ständig zu zu jubeln. Es reicht erst einmal, wenn du so über dich denkst, zu dir und über dich sprichst, wie zu einem guten Freund.

Dich durch deinen inneren Dialog zu unterstützen bewirkt, dass du dich selbst mehr und mehr annimmst, mit all deinen Stärken und Schwächen.

  • Höre sofort auf, dich mit anderen zu vergleichen!

Einmal kurz auf Instagram oder Facebook geklickt, perfektes (inszeniertes) Essen, Body, Partnerschaft oder Urlaub von anderen gesehen und Bäng: Dein eigenes echtes Leben kommt dir fad vor. Das schrieb ich ja schon. Aber es wirkt nur so, wenn du dich vergleichst!

Vergleiche dich besser mit dir selbst. Wo stehst du gerade, was möchtest du verändern? Dann schreibe es dir auf und mache dir einen Plan, in den du deine Erfolge eintragen kannst. Das zieht dich weder herunter noch ist es inszeniert. Stattdessen ergreifst du die Initiative – was allein schon eine Selbstwert-Steigerung bewirkt.

Dadurch nimmst du dein Leben selbst in die Hand, bewältigst deine Probleme auf deine Art und überprüfst, ob du dich in Richtung deiner Ziele in deinem Tempo bewegst.

Meiner Erfahrung nach ist es nebensächlich, wie schnell du vorankommst. Hauptsache, die Richtung stimmt!

Halte deine Fortschritte und Erfolge fest, am besten schriftlich. Dann siehst du, welche Stärken du hast und was du alles schaffst. Die Verschriftlichung hilft dir auch, locker mit Situationen umzugehen, die dich ausbremsen oder zurückwerfen.

  • Kläre deine Konflikte

Das umfasst sowohl Unzufriedenheit dir selbst gegenüber als auch Probleme mit anderen. Statt den Kopf in den Sand zu stecken und zu hoffen, dass sich ein Konflikt in Wohlgefallen auflöst, übernimm selbst die Verantwortung. Das bedeutet, dass du weder wegschauen noch schönreden sollst. Doch Vorsicht, überreagieren und zum Pitbull werden ist deinem Selbstwertgefühl auch nicht zuträglich.

Es geht darum, dass du einerseits Verantwortung dir gegenüber einnimmst. Sagst, was du tust und tust, was du sagst. Auf deine Bauchgefühle lauschst und nicht wegschaust, wenn sich etwas komisch für dich anfühlt. Räume deine Konflikte aus dem Weg. Indem du dich deinen Problemen bewusst stellst, wird dein Selbstwert immer stärker.

Die meisten Konflikte entstehen, wenn unsere Werte verletzt werden. Da uns unsere Werte meist nicht allumfassend bewusst sind, können sie auch nicht bewusst durchdacht oder kommuniziert werden. Deshalb entstehen die meisten Konflikte unabsichtlich. Versuche doch, wenn du irgendwo hineinrasselst, rückblickend zu konstruieren, worum es dir und dem anderen wirklich ging, also jenseits des Offensichtlichen. Damit kannst du nicht nur den Konflikt meist recht leicht aus der Welt schaffen, sondern du entdeckst auch immer mehr von dir und deinem Gegenüber.

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