Einsamkeit – Alleine einsam sein?

Einsamkeit - alleine einsam sein. Mann mit Hut stützt seinen Kopf auf der Hand ab.

Einsamkeit macht krank. Was hilft dagegen? Lerne zuerst deine eigene Gesellschaft zu genießen.

Einsamkeit mitten in einer Gruppe von Menschen? Gestern war St. Patricks Day. Ich war nach einem Konzert noch kurz in einem Pub, weil ich dort ein paar Freunde getroffen habe. Bei uns am Tresen war es lustig, grüne Hüte, Gelächter. Lustige Sprüche flogen hin und her. Doch ganz anders sah es an den kleinen Tischchen hinter uns aus! An beinahe jedem saß einsam ein einzelner Mann und keiner schien das Einsam-sein toll zu finden. Fast jedes Bierglas wurde liebevoll festgehalten. Keine flotten Sprüche, kein Gelächter – nur sehnsüchtige Blicke. Sich einsam fühlen in einem vollen Pub? Alleine sein und einsam sein ist nicht dasselbe!

Sich einsam zu fühlen hat nichts damit zu tun, ob andere Menschen an- oder abwesend sind. Wir fühlen uns einsam, wenn wir nach Anschluss und emotionale Bindung suchen.  Dieser Zustand hat nichts damit zu tun, ob wir gerade in einer Partnerschaft sind oder nicht. Man kann sich auch in einer Partnerschaft oder einem vollen Pub recht einsam fühlen.

Einsam sein oder allein sein?

Viele Menschen verwechseln sich „einsam fühlen“ mit „alleine sein“. Häufig auch damit (noch, wieder, oder überhaupt), Single zu sein. Doch ist ein Single nicht automatisch alleine und einsam! Einsam zu sein hat damit zu tun, dass wir uns nicht geborgen, geliebt und von anderen gesehen fühlen. Wir haben verlernt, mit uns selbst glücklich zu sein! Aus dem Nicht-allein-sein-können entsteht das Einsam-sein. Einsam sein kann man hervorragend auch unter Menschen.

Von irgendwoher schleicht sich die Vermutung an, dass du anderen gleichgültig bist, nicht interessant oder attraktiv genug und dass mit dir selbst irgendetwas nicht stimmen könnte. Aus diesem Grund geht man dann auch besser nicht auf andere zu! Es ist schlicht die Angst vor Ablehnung. Du wartest darauf, dass andere auf dich zukommen.

Auf Außenstehende wirkt das jedoch häufig komplett anders. So, als ob du deine Ruhe haben möchtest, als ob du in einer Rückzugsphase bist. Manchmal wird es auch mit Arroganz verwechselt! Nichts könnte weiter entfernt von der zugrunde liegenden Unsicherheit sein.

Einsamkeit

Etwa 12 Prozent aller Deutschen fühlen sich einsam. Nicht nur einsam, sondern damit verbunden auch ungeliebt, alleingelassen und ausgeschlossen. Sich nicht verstanden und vom Leben abgeschnitten fühlen, ist Ausdruck von Einsamkeit. Viele Menschen plagt die Furcht vor dem Alleinsein im Alter, davor, keine Freunde zu haben.

Einsamkeit treibt Menschen nicht selten in Beziehungen, die alles andere als gesund sind.

Einsamkeit wird schrecklicher als eine körperliche Krankheit bewertet! Gleichzeitig wird Einsamkeit häufig von körperlichen und seelischen Beschwerden begleitet. Übertreibe ich? Setzt euch mal an einem Vormittag in ein Wartezimmer eines Allgemeinarztes.

Wie kann es sein, dass in einer Zeit von Social Media, der Smartphones, in der andere Menschen nur wenige Klicks entfernt zu sein scheinen, soziale Isolierung ein Thema ist? Warum verhungern Menschen seelisch, haben Angst vor Einsamkeit, wenn es doch so vielen genauso geht?

Allein sein

Warum fällt es uns eigentlich so schwer, das Allein-sein zu zelebrieren?

Schon bei unserer Geburt waren wir nicht allein, sondern mindestens zu zweit. Danach waren im besten Fall noch andere Menschen um uns herum. Dennoch sollten wir, je älter wir werden, umso mehr in der Lage sein, für uns selbst zu stehen. Abnabelung, eigene Meinung finden und emotionale Unabhängigkeit erstreben wir ab der Pubertät. Sterben gelingt uns meistens allein.

Andere Menschen sind wichtig. Rückzugsphasen jedoch auch. Wer mit sich selbst im Reinen ist, kann auch ein guter Partner sein, sagen zumindest alle. Ist das so? Ich glaube schon. Denn wer mit sich im Reinen ist, kann freiwillig alleine sein, hat Freunde, Interessen und genug Dinge, die Spaß machen.

Viele Menschen wissen jedoch nicht so recht, was sie mit sich selbst anfangen sollen. Sie haben verlernt, sich bewusst Zeit für sich selbst zu nehmen. Die Frage, was uns selbst glücklich macht, gilt als egoistisch. Der oder die andere soll das herausfinden und für uns übernehmen.

Wer sich alleine einsam fühlt, ruiniert auf Dauer jede Partnerschaft. Klammeräffchen rauben die Luft zum atmen, früher oder später wird eine Abhängigkeitsbeziehung aufgelöst.

Was tun?

Ratgeber über Einsamkeit gibt es viele im Internet. Tausende von Tricks und Tipps.

Fazit bei allen ist: raus aus dem Schneckenhaus! Wenn das so einfach wäre.

In der Praxis hat es sich bewährt, einerseits nach den Gründen der Einsamkeit zu suchen, sich anderseits auf die Auflösung der damit zusammenhängenden Ängste zu fokussieren.

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