Experiment “glückliche Paare”

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Bei glücklichen Paaren gibt es eine andere innere Einstellung als bei Unglücklichen. Glückliche Paare stärken sich gegenseitig. Auf jeden Fall ist zu beobachten, dass es mehr positive Zuwendungen gibt als kritische Bemerkungen. Bei diesen Paaren wird negatives Verhalten des einen Partners als unbeabsichtigt vermutet. Darauf wird neutral reagiert oder einfach nur nachgefragt.

Unglückliche Paare sind unglaublich verstickt miteinander. Keiner der Beiden spricht für sich, bleibt bei sich oder ist für sich genommen glücklich. Der andere ist schuld, muss dies das oder jenes oder darf verschiedenes nicht. Es ist oft eine negative Symbiose. Beide sind innerlich nicht bei sich, sondern beim anderen. So wie er sein sollte und leider nicht ist. “Fehlersuchsystem” mit “Selbstschuß” oder “Sanktionen einleiten” aktiviert.

glückliche Paare streiten sogar anders

Auch beim Streiten unterscheiden sich glückliche Paare von anderen Paaren: sie befolgen vor allem eine Strategie der Deeskalation. Auf einen Angriff wird nicht noch eins draufgesetzt, sondern beide versuchen, die grundsätzliche Einigkeit herzustellen.

Fragen statt Vorwürfe

Natürlich gibt es immer Dinge, die nicht rund laufen. Statt jedoch zu meckern oder dem anderen gleich Vorwürfe zu machen, haben manche Paare die Angewohnheit, nach zu fragen. Das bewirkt zweierlei: einerseits hat man mehr Informationen, warum der andere so reagiert hat, andererseits ist Bewusstsein statt Maßregeln meist die bessere Variante.

Ich Botschaft statt “Du hast”

Es ist macht einen gewaltigen Unterschied, ob Sie sagen: “Du nimmst mich nie in den Arm” oder sagen, “Du, nehm mich in den Arm” oder auch: “Ich wünsche mir im Moment, dass Du mich viel mehr in den Arm nimmst.”

Bei sich selbst bleiben

Häufig entsteht ein Streit, weil ein Satz als Vorwurf ankommt. Dieser wird abgeschmettert. Der Gegenangriff vorbereitet. Ein gegenseitiges Aufrüsten und Verletzen beginnt. Sehr häufig jedoch ist dies eigentlich überflüssig. Zum Beispiel möchte ich das berühmte: “Du hast den Müll schon wieder nicht mit runter genommen” nehmen. Klar könnte man den Vorwurf hören. Auch das “schon wieder” ist ein super Aufhänger, um einen schönen Streit vom Zaun zu brechen. Statt dessen wäre es aber auch möglich, smart zu sagen: “ja, ich hab vorhin vergessen den Müll runter zu tragen. Du hast recht. Vermutlich wird mir das auch wieder passieren. Ich versteh aber, dass Dir das wichtig ist.” Oder ähnlich. Wahrscheinlich wandert der Müll trotzdem nicht von alleine runter, aber die gute Laune hoffentlich auch nicht.

Glückliche Paare zeichnen sich auch durch eine Vielzahl an gemeinsamen Ritualen aus

Das reicht von “unserem Lied” bist zu Insider Witzen. Es kann eine bestimmte Art der Tages oder Wochengestaltung sein. Lebensgewohnheiten sind geprägt von Ritualen. Je individueller Sie dies als Paar wachsen lassen, desto enger wächst automatisch die Zugehörigkeit. Unglückliche Paare übrigens haben auch Rituale. Die allermeisten Abwärtsspiralen sind ritualisiert!

Experiment: glückliches Paar

Was wäre, wenn Sie heute mal so tun würden, als ob Sie Teil eines glücklichen Paares wären? Sich vorstellen, glücklich zu sein und obige Dinge selbstverständlich tun würden? Wer würde diese Verhalten als erstes bemerken? Wäre ihr Partner automatisch auch Teil eines glücklichen Paares?

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