Fremdgehen verzeihen: 13 wichtige Details für die Zeit nach dem Seitensprung

Paar küsst sich: er sie auf die Stirn. Fremdgehen verzeihen

Fremdgehen verzeihen - geht das überhaupt? Ja - aber nur, wenn du nicht den ersten vor dem letzten Schritt machen willst. Denn wenn du es richtig angehst, bekommst du das Verzeihen sogar on top.

Fremdgehen verzeihen ist ein wichtiges Thema, an das oft falsch herangegangen wird. Statt unvorbereitet darüber nachzudenken, wie du das Fremdgehen verzeihen kannst, lass uns die ersten Schritte davor zusammen gehen, damit du ein solides Fundament hast:

Warum geht jemand überhaupt fremd? 

Sind wir hemmungslos?

Wenn ein Pärchen zusammenkommt und verliebt ist, sind die Hormone sehr aktiv. Das ganze Leben ist sexualisiert. Wir nennen das gern Schmetterlinge im Bauch. Die Lust auf Sex ist einfach da, fällte einem zu und die Leidenschaft entflammt rasant.

Wenn das Paar dann im Alltag zusammenlebt, sind ganz andere Hormone aktiv. Die Partner haben weit mehr mit Bindung und auch mit Kuscheln zu tun, als mit Sex. Es ist eine ganz andere Hormonmischung aktiv.

Die Schmetterlinge sind weg, das Verliebtsein ist der Liebe gewichen.

Eine starke Bindung und eine stark gelebte Sexualität schließen sich biologisch beinahe aus. Bindung arbeitet dagegen. Die Partner sind sich nicht mehr fremd, nicht mehr in der polaren Anziehung, sondern schwingen eher im gleichen Takt.
Sexuelle Leidenschaft und sexuelle Anziehung funktionieren aber nur in der Polarität.

Hier liegt ein großes Missverständnis vor:

Sexuelle Leidenschaft und Lust aufeinander verschwinden nicht, weil sich das Paar vielleicht entfremdet hat, sondern die Leidenschaft weicht der Bindung!

Je enger die Bindung ist, umso mehr muss das Paar an der Lust arbeiten – rein biologisch gesehen.
Diese biologischen Mechanismen können zu einem großen Irrtum führen:

Da kommt ein neuer Mensch ins Spiel, außerhalb der Beziehung, zu dem keine Bindung besteht. Plötzlich erwachen die verloren geglaubten sexuellen Gelüste! Man kommt zu dem Trugschluss: Wenn ich diesen Menschen da draußen begehre, heißt das, dass ich meinen Partner nicht liebe, nicht genug liebe und dass zu Hause in der eigenen Beziehung die Luft raus ist.

Aber genau diese Schlussfolgerung ist falsch. Neue Besen kehren immer gut. Sex funktioniert in einer Affäre immer. Mit Fremden ist (einvernehmlicher) Sex immer aufregend.
Die Sexualität fliegt dir da einfach zu. 
Das geschieht aber nur, weil du nicht in der Bindung bist.

Würdest du mit der Affäre zusammenkommen, dann hättest du nach 2–3 Jahren die gleiche Situation, die du mit dem “Vorgängermodell” auch gehabt hast.

Das war die biologische Seite. Ebenso gibt es noch psychologische Aspekte des Fremdgehens:

  • Es kann eine Bestrafung sein;
  • Du hast entdeckt, wie leicht es geht;
  • Fremdgehen zur Kompensation, z. B. Midlife-Crisis; 
  • Fremdgehen, um den Selbstwert aufzupolieren
  • Sich am gegengeschlechtlichen Begehren messen, den Selbstwert damit aufbessern, indem du prüfst, ob zurück geflirtet wird oder nicht;
  • Fremdgehen als Substitut für andere Defizite …

Einerseits gibt es die psychologischen Hintergründe des Fremdgehens, andererseits die biologischen. Neben den Erklärungen über die hormonelle Situation existieren noch zwei weitere biologische Modelle.
Das Fremdgehen-Verzeihen fällt trotz unterschiedlichen Erklärungen gleich schwer.

👉 Für Männer:

Das Prinzip der Streuung der Gene.

👉 Für Frauen:

Das Prinzip der Trennung von Genen und Fürsorge. Angeblich gehen viele Frauen während des Eisprungs fremd. Mit einem “Macho“, den sie für eine Beziehung gar nicht wollen … Warum? Wieder geht es um die Gene.

Fremdgehen verzeihen: Video

Woran erkenne ich, dass mein Partner mich betrügt?

Es gibt nicht das eine Zeichen, an dem du erkennst, ob dein Partner / deine Partnerin fremdgeht.

Wenn du betrogen wirst, kannst du das an Veränderungen bei deinem Partner / deiner Partnerin bemerken. Diese solltest du im Auge behalten.Wenn dein Partner schon immer spätabends aus dem Büro gekommen ist, dann hat das nichts zu bedeuten, außer, dass er lange arbeitet.

Anders hingegen ist es, wenn dein Partner immer Punkt 18:00 zu Hause war, jetzt aber urplötzlich ständig Überstunden macht. Schau es dir an.Mehr Sport, anderes Parfüm, der Kleidungsstil verändert, andere Ausdrucksweisen werden gebraucht. Schau es dir an.

Beispiel:
Dein Partner drückt sich eigentlich gewählt und gepflegt aus, hat einen gehobenen Wortschatz. Plötzlich verwendet er Worte wie “geil” oder “cool”.

Deine Frau riecht nach Aftershave? Bitte schau zuerst in ihren Parfüm-Schrank. Vielleicht hat sie sich das gekauft, weil sie diesen Duft so lecker findet. Aber wenn du nichts findest: Schau es dir an.

  • verdächtige Zettel
  • unerklärliche Quittungen
  • Handy plötzlich gesperrt
  • Handy wird seit Neuestem weggedreht, wenn du ins Zimmer kommst
  • Telefonate werden abgebrochen
  • Anrufer, die gleich auflegen
  • nicht nachvollziehbare Dienstreisen
  • teure und persönliche Gegenstände, die zum Geschenk gemacht wurden; wenn es plötzlich eine neue Kette oder Ohrringe gibt oder eine schöne neue Krawatte oder einen Montblanc-Füller

Das Verhalten kann entweder weit liebevoller als zuvor sein, zugeneigter und plötzlich gibt es wieder mehr Sex. Oder das Gegenteil tritt ein. Du hast das Gefühl, dein Partner ist allergisch auf dich. Er wird schnell pampig oder reagiert aggressiv und hält dich auch auf Armeslänge Abstand.

Das klingt jetzt zunächst so, also ob du tausend alltägliche Dinge analysieren, beobachten und auswerten müsstest. 😉

Ist das so? Um das Fremdgehen verzeihen zu können, spielt es eine Rolle, ob der Untreue aufgeflogen ist oder offen mit der Situation umgegangen wurde.

Musst du deinen Partner immer beobachten, um Fremdgehen zu erkennen?

Ist ständiges Misstrauen angesagt, musst du immer genau hinschauen, damit du deinen Partner beim Fremdgehen erwischst?

Natürlich nicht!
Unser Bauch nimmt unendlich mehr (80.000) Dinge auf, als unser bewusster Verstand im Vergleich dazu aktiv verarbeiten kann.

Wenn du betrogen wirst, nimmst du diese Dinge wahr. Dann meldet sich dein Bauch mit dem Gefühl des Misstrauens. Dieses Gefühl muss dann dein Kopf verarbeiten. Du fragst dich: 

  • Was passiert hier gerade?
  • Warum ist er immer komisch, wenn er spät nach Hause kommt?
  • Warum ist sie immer seltsam, immer an diesem einen Tag? Was ist da passiert? Warum?

Nachdem dir dein Bauch etwas meldet, musst du deinen bewussten Verstand nutzen, um die Botschaft zu deuten. Schau dir die Veränderungen genauer an. 

  • Was ist anders als vorher?
  • Wo ist die Veränderung?

Doch wenn dein Bauch gar nichts meldet, dann lehne dich einfach zurück. Wenn er aber erwacht und sich bemerkbar macht, dann achte auf die Zeichen!

Mein Partner hat mich betrogen: Wie verhalte ich mich richtig?

Weißt du sicher, dass du betrogen worden bist? Ja?
Dich richtig zu verhalten, ist jetzt schwer, weil dir das garantiert den Boden unter den Füßen weggezogen hat.

Wenn du sicher bist, dass du betrogen wurdest, musst du dich selbst erstmal wieder aufrichten und schauen, dass du wieder stabil wirst. 

Du musst mit der Situation klarkommen und dir den Boden unter deinen Füßen zurückholen.
Doch nicht nur das: Du musst wieder klar denken, schlafen, essen, dich konzentrieren.

Es gibt viele Symptome, die dich ausbremsen. 

Wichtig ist, dass du 

  • deine Gedankenkarusselle loswirst
  • die Trigger kennst
  • die tausend Fragen loswirst
  • selbst zur Ruhe kommst

Und das alles BEVOR du anfängst, aktiv aufarbeiten zu wollen.

Solange du sofort in Wut oder Tränen ausbrichst, kannst du nicht konstruktiv auch nur irgend etwas aufarbeiten. Du kannst nichts verstehen, was dein Partner / deine Partnerin womöglich selbst nicht versteht.

Bleib also ruhig und sorge dafür, dass du dir den Boden unter deinen Füßen zurückholst. Gehe erst ins Gespräch, wenn du dich stabil fühlst.

Sorge für dich selbst und hole dir den Boden unter deinen Füßen zurück, bevor du versuchst, mit deinem Partner / deiner Partnerin richtig aufzuarbeiten. 

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Der erste Schritt ist nur für dich

Fremdgehen verzeihen bedeutet, dich mit dem Thema Untreue auseinanderzusetzen. Aufarbeitung beginnt mit der Beziehung zu dir selbst. Oft musst du deinen Bauch mit deinem Kopf wieder befrieden. Vorab kann es sein, dass du etwas gespürt hast, dass dein Bauch etwas gemeldet hat.

Doch dann sagte dein Kopf: “Nope, nope, nope, mein Partner hat gesagt, da ist nichts.”
Aber dein Bauch meldete weiter: Etwas stimmt nicht, etwas passt nicht. Wem glaubst du mehr? Deinem blöden Bauchgefühl oder den Beteuerungen deines Partners?
Vermutlich nimmst du die Worte deines Partners als gegeben.

Doch dein Bauch weiß:  Etwas haut nicht hin.
Was das allerdings ist, kann dein bewusster Verstand nur erraten. Es kann gute Gründe geben und völlig harmlos sein. Stell es dir so vor: Dein Bauch ist wie eine hoch spezialisierte Antenne. Er nimmt alle Eindrücke auf und meldet nur das Wichtigste an deinen Kopf. Leider kann dein Bauch nicht sprechen, nur Gefühle senden.
Nun kommt dein Kopf und versucht zu deuten, was da los sein könnte.

Ich habe noch ein anderes Bild für dich: Stell dir vor, dein Baby weint. Du versuchst dann das Naheliegende: frische Windel? Hunger? Müde?

So ähnlich versucht unser Kopf, den Bauch zu verstehen.
Die Deutung des Bauchgefühls ist bedauerlicherweise oft falsch. So beginnst du deshalb in der Folge, das eigene Bauchgefühl zu bekämpfen.

Du sagst dir: “Jetzt hör doch mal auf, das hast du jetzt schon hundertmal gefragt. Es ist doch alles gut, rede es nicht schlecht.”
Aber dein Bauch meldet weiterhin Alarm. Im schlimmsten Fall verbietet der Kopf dann dem Bauch, seine Bedenken zu melden. Dazu trägt der untreue Partner seinen Teil bei, indem er lügt und abwiegelt: “Du spinnst doch, du bist doch nur eine eifersüchtige Ziege!” und dergleichen.
So bringst du deinen Bauch schließlich zum Schweigen.

In der Aufarbeitung holst du in der ersten Etappe deinen Bauch wieder an Bord. 

  • Alles, was dein Bauch meldet, hat seine Berechtigung.

  • Was dein Kopf daraus deutet, muss nicht stimmen.

Diese Kopfdeutungen haben oft mit Vorerfahrungen, Ängsten und eigenen Glaubenssätzen zu tun.

Die Wahrnehmung des Bauches ist immer berechtigt, die Deutung hingegen oft falsch!

Wenn dein Kopf und dein Bauch wieder in eine Beziehung, in einen Austausch miteinander gebracht sind, miteinander schwingen, dann hast du schon echt viel in der Aufarbeitung geschafft!

Aus meiner Sicht ist das der größte und wichtigste Schritt. Alles Weitere gelingt leicht.

Deine eigene Realitätswahrnehmung, deine Intuition und deine Gefühle dürfen von dir nicht in den Schrank gesperrt werden. Alles, was du von außen hörst, kann gelogen oder geschönt sein – das darfst du beim Thema Fremdgehen nichts wichtiger nehmen, als dein Empfinden. Dem Partner / der Partnerin Fremdgehen verzeihen zu können, gelingt am besten, wenn du dir selbst nicht grollst.

Der zweite Schritt geht in Richtung Beziehung

Stehst du wieder sicher auf deinen Füßen, traust deiner eigenen Wahrnehmung und bist die Gedankenkarusselle los, geht es weiter. Dann kannst du mit voller Kraft aufarbeiten!

Aus meiner Praxis:

Ein Paar kommt zu mir und sucht Unterstützung. Einer der beiden ist fremdgegangen. Das soll aus der Welt geschaffen werden, schnell. 

Oft war das Paar auch schon bei einem anderen Therapeuten: Verzweiflung hat sich ausgebreitet.

Was ist passiert? Es wurde versucht, an der Beziehung zu arbeiten, der Kontakt zur Affäre „erlaubt“, teure Geschenke empfohlen, Einzelstunden vereinbart, über das Thema Entscheidung treffen gesprochen. 
Doch was dem Paar selten jemand gibt: den Boden unter den Füßen zurück.

Fremdgehen verzeihen? Geht das überhaupt?

Du fragst dich, ob du das Fremdgehen verzeihen kannst?
Dann frage dich, ob du die Vorarbeit geleistet hast …

Bewusst verzeihen zu wollen, ist genauso schwierig, wie auf Befehl hin spontan zu sein, Verzeihen geschieht automatisch, wenn du gut aufgearbeitet hast sowie mit dir selbst im Reinen bist.

Versuchst du bewusst zu verzeihen, kehrst du womöglich unter den Teppich. 
Fremdgehen verzeihen beinhaltet, dass du deine Hausaufgaben machst. 

Du musst: 

  • Die Beziehung zu dir selbst aktiv pflegen
  • Kopf und Bauch miteinander versöhnen, wie oben im Text schon erwähnt
  • offen ins Gespräch gehen können
  • eigene Wünsche, Sehnsüchte, Ängste und Verletzungen offen aufs Tapet bringen –  und die deines Partners / deiner Partnerin gleichwertig daneben legen
  • die Werte anschauen: Wo ist denn die Treue überhaupt angesiedelt? Ist sie überhaupt wichtig? Wo fängt Untreue an? Was ist eventuell wichtiger?
  • das Problem richtig gut analysieren
  • herausfinden, wie es dazu kam
  • was dein Anteil daran ist
  • welche Sehnsucht dahinter stand
  • bereit sein, nach vorne zu gehen
  • bereit sein, aus der Krise zu lernen
  • ehrlich über dich und deine Bedürfnisse reden, die deines Partners wertfrei annehmen und daraus eine gute Perspektive entwickeln

Das Fremdgehen-Verzeihen bekommst du als Geschenk, nachdem du deine Hausaufgaben vorher gemacht hast. Verzeihen heißt auch loslassen. Das kann erst kommen, wenn etwas fertig bearbeitet ist.

Zeit heilt hier nicht alle Wunden, ebenso wenig hilft es dir, das Fremdgehen unter den Teppich zu kehren oder einen Regelkatalog aufzustellen.
Geschenke als Ausgleichszahlung helfen auch nicht weiter. 
Versuche keine Lösungen zu finden, die mit Wegschauen oder Schuld zu tun haben. Was dir hilft, ist Bewusstsein.

Nur so kann ein lustvolles, treues und inniges Miteinander neu entstehen. Das Verzeihen ist ein Nebenprodukt, das bekommt ihr automatisch dazu. Verzeihen ist nichts Aktives. 
Du kannst dir nicht vornehmen: Jetzt verzeihe ich. Du kannst dir nur vornehmen, dass du am Verzeihen arbeitest, indem du vorher die ganzen anderen Treppenstufen gehst.

Ein wichtiger Punkt ist tatsächlich, über das Thema Treue zu sprechen. Wo verläuft die Grenze?

Objektive Kriterien für Treue

Dachtest du, es gibt objektive Kriterien für Treue?
Es gibt so viele Beziehungsformen, wie es Menschen auf der Erde gibt.

Was für Gretel und Hans passt, ist für Andreas und Jörg schwierig. 
Was jedoch für Andres und Jörg passt, entsetzt Dany und Tony. 
Was Andrea und Raffael miteinander haben, gefällt nicht mal Andrea selbst. All das ist nicht übertragbar auf andere Beziehungen!

Die Definition von Treue und die Grenze, hinter der „Fremdgehen“ anfängt, muss jedes Paar für sich selbst finden und leben.

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Ausgangssituation beim Betrogenen 

Wie wird es dir wohl gehen, nachdem du weißt, dass du betrogen wurdest? Quasi über Nacht ist nichts mehr so, wie es vorher war.
Vielleicht hast du etwas geahnt, warst dir aber nicht sicher, bis du eindeutige Beweise gefunden hast. Oder dein Partner / deine Partnerin hat gebeichtet. Es kann aber auch sein, dass jemand anderes dich ins Bild gesetzt hat.
Im besten Fall hat dein Partner / deine Partnerin frühzeitig und ohne vorherige Heimlichkeiten gesagt, was gerade los ist.

Dennoch bist du geschockt. Du kommst nicht klar mit der Situation. Es zieht dir zunächst den Boden unter den Füßen weg – du hast zudem noch mit einer ganzen Reihe an körperlichen Symptomen zu kämpfen.
In deinem Kopf rattert es. Du fragst dich, warum, weshalb, wo, wie, wie oft. Du vergleichst dich, hast quälende Vorstellungen und deine inneren Bilder verfolgen dich sogar im Schlaf.
Neben großen Zweifeln bist du mal mehr wütend und mal fühlst du dich einfach nur verraten und hilflos. Zwischen diesen Gefühlen springst du im Dreieck.

Du möchtest nicht hören, dass dein untreuer Partner sein Verhalten bagatellisiert. “Ausrutscher” ist kein akzeptabler Begriff in deinem Empfinden … Das klingt für dich nach “huch, und plötzlich bin ich gestolpert.” Du diskutierst nächtelang und fragst dich, ob du das jemals überwinden kannst. (Du kannst!)

Du hast Zweifel:

Nach der Gewissheit, betrogen worden zu sein, sind Zweifel völlig normale Gefühle. Im Vorfeld wurde gewiss etwas verheimlicht, beschönigt oder direkt gelogen. In den seltensten Fällen wurde offen geredet. 

Du selbst wirst irgendwann mit dem „Kopf-gegen-Bauch-Spiel“ begonnen haben. Du wirst nie wissen, ob es stimmt, was du gerade hörst. Häufig wirst du dich fragen: „Stimmt das jetzt? Werde ich gerade beschwichtigt? Kommt da noch weit mehr, als bislang zugegeben wurde?”

Egal, was du deinen Partner / deine Partnerin fragst und egal, welche Antwort du bekommst: Du hast keinen Maßstab, um zu glauben. Du versuchst verzweifelt, die Wahrheit herauszufinden. Weißt aber nicht, wie du Licht in dieses Dunkel bringen sollst.

Du bist wütend:

Wut ist ein aktives Gefühl. Du hast Kraft, wenn du dich wütend fühlst. Allerdings musst du aufpassen, dass du konstruktiv bist. Wut solltest du nicht gegen dich selbst, Gegenstände, Tiere, Nachbarn, Gartenmöbel oder gegen deinen Partner richten. Du kannst sie auch konstruktiv ausleben, indem du aktiv etwas für dich selbst tust, indem du dynamisch und geschickt die Zügel deines Lebens wieder in die eigene Hand nimmst.

Du fühlst dich hilflos:

Dich hilflos fühlen bedeutet, dass du nicht erkennst, was du alles tun kannst, um deine Situation zu verbessern. Du glaubst nicht daran, dass du etwas verändern kannst und neigst dazu, passiv darauf zu warten, dass dein Partner / deine Partnerin den nächsten Schritt geht. Du fühlst dich kraftlos.

Hilflosigkeit ist ein erlerntes Gefühl. Wir fühlen uns nur so, wenn uns Wut und Ärger nicht weiterhelfen. Dann geben wir auf. Man denkt, man überlebt es nicht und erinnert sich an die Prinzessin, die auf den Prinzen wartet, weil der böse Drache sie in seine Grube verschleppt hat. 

Bild: Fremdgehen verzeihen: Mann bittet um Verzeihung nach dem Fremdgehen
Fremdgehen verzeihen heißt auch, die eigene Hilflosigkeit zu überwinden.

Wenn du dich hilflos fühlst, muss jemand von außen etwas tun. Dein Partner / deine Partnerin muss dir ein teures Geschenk machen, einen Kniefall, irgendetwas!

Doch das hat mit Aufarbeitung leider gar nichts zu tun. Es ist eine Opferhaltung.

Hilflosigkeit macht nichts Gutes mit dir. Es gibt ein grausames Experiment mit zahmen Ratten. Die eine Hälfte der Tiere hat man in einen Swimmingpool geworfen. Sie begannen an den Rand zu schwimmen und konnten sich retten. Spannenderweise hat man die andere Hälfte auch in den Pool geworfen. Doch zunächst hielt man jedes der Tiere für einige Minuten harmlos in der Hand. Man ließ sie aber einfach nicht herausklettern aus der Hand und konfrontierte sie so mit Hilflosigkeit. Diese Tiere versuchten zum größten Teil nicht einmal zu schwimmen!

Das ist genau das, was Hilflosigkeit mit uns macht. Wenn wir uns hilflos fühlen, sehen wir keine Lösungen. Wir sind überzeugt, in einer ausweglosen und unlösbaren Situation zu sein. Selbst wenn wir eine Lösung sehen würden, wären wir überzeugt, dass sie für uns nicht funktionieren würde! Solange du dich hilflos fühlst, kannst du auch nicht das Fremdgehen verzeihen.

Ausgangssituation beim Untreuen 

Der Untreue strotzt vor Glück? Nein! Natürlich nicht!

Er dreht und windet sich, weil er etwas gemacht hat, von dem er genau weiß, dass es nicht toll ist. Er hat Angst, vor den Konsequenzen und davor, dass die Beziehung beendet wird.

Wenn es „nur“ eine Affäre war, dann ist die Angst vor den Konsequenzen im Vordergrund. 

Doch manchmal war es mehr, ein Verhältnis, das, schon länger andauerte. Natürlich gibt es auch hier die Angst vor den Konsequenzen. Doch hier kommt noch die Angst hinzu, sich entscheiden zu müssen und womöglich einen schlimmen Fehler für das weitere Leben zu begehen. Man fragt sich: “Wäre nicht der neue Besen besser als der alte?” Und vergisst, dass Verliebtsein und Liebe zwei Paar Schuhe sind. Die Hormone helfen, plötzlich klappt es mit dem Sex, der Sex macht Spaß, du hast Lebensfreude und Perspektiven. Der Kopf sagt, dass du den Traummann / die Traumfrau gefunden hast. Dabei vergisst du jedoch, dass du dich immer selbst mitnimmst, auch in eine neue Beziehung. 

Auf der einen Seite die Verlockung des Neuen, auf der anderen das Gewohnte und das Vertraute

Du sitzt dann zwischen zwei Stühlen und weißt genau, dass du dich entscheiden musst. Aber du weißt auch, dass du dich nur falsch entscheiden kannst. Am liebsten hättest du beides. Aber es ist klar, dass das nicht funktionieren wird.

Das schlechte Gewissen ist immer an Bord. Du kannst versuchen, es zu beruhigen und die Schuld beim Partner zu suchen. Dabei merkst du, dass das auch nicht die Lösung ist. Je nach Charakter fühlt man sich dann selbst klein und schuldig, oder arbeitet mit stärkeren Schuldzuweisungen: “Ich habe das nur gemacht, weil du mich weggestoßen hast. Du bist zu dumm, zu dick, zu langweilig, du bist nur noch zu Mutti oder Vati mutiert.” In meiner Praxis habe ich da schon die abenteuerlichsten Sachen gehört!

Hinzu kommt die Angst zu verletzen. Die schlimmste Angst der meisten ist jedoch die vor der Aufarbeitung. Das macht nun mal keinen Spaß. Fremdvögeln schon.

Untreue verheddern sich oft in den eigenen Konstrukten.

Manche hoffen, dass sie auffliegen, weil sie dann endlich nichts mehr verstecken und nicht mehr lügen müssen. 

Andere hingegen gehen jahrelang fremd und hoffen, dass es nicht herauskommt. Hier ist die Angst vor der folgenden Ungemach größer als das schlechte Gewissen.

Oft sagen untreue Partner:
„Jetzt darfst du auch fremdgehen.“
Aber wehe, du machst das! Das ist dann ganz schlimm, etwas völlig anderes!

Bei der Aufarbeitung ist oft Gereiztheit zu spüren. Man kann nicht glauben, dass der betrogene Partner schon wieder von vorne anfängt, ernsthaft erneut dieselben Fragen stellt, er wiederholt im Gedankenkarussell rotiert. Man möchte mehr Raum haben und hat keine Lust, immer über die Verletzungen des Partners reden zu sollen oder müssen. 

Auch Untreue wollen verstanden werden. Doch das versteht niemand.

Es gibt kein gutes Ritual, keinen Platz für den Betrüger in unserer Gesellschaft.
Das Opfer hingegen hat sowohl das Verständnis als auch die Sympathie aller. Das macht es schwer. Der Untreue ist gebrandmarkt. Er fragt sich, ob er dieses Stigma überhaupt je wieder loswird.

Unterschiedliche Ausgangslage, ähnliche Gefühle

Sowohl der Untreue als auch der Betrogene fühlen sich schlecht und hilflos. Beide sind verunsichert und wünschen sich, dass Ruhe und Frieden einkehren

Es ist wie in einem Albtraum. Du hoffst, dass nach dem Aufwachen alles vorbei ist. 

Beide können nicht glauben, dass die Realität der Krise echt ist. Sie würden gerne bis dahin zurückspulen, wo die Welt noch in Ordnung war oder einfach vorspulen, bis sie wieder in Ordnung kommt!

Für beide ist es unangenehm, beide wünschen sich eine Lösung, wünschen, dass endlich wieder Frieden herrscht. Beide wünschen sich aus der Situation heraus, haben Verlustangst und finden, dass Friede-Freude-Eierkuchen und die alte Tagesordnung ein anzustrebender Zustand seien. Beide quält die Frage nach dem „Warum“.

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Fremdgehen verzeihen: Wie kann ich sicher sein, dass unsere Beziehung überhaupt eine Chance hat?

Du fragst dich bestimmt, ob es sich überhaupt lohnt, nach dem Fremdgehen dazubleiben. Wann lohnt es sich?

Vorab: Es gibt keine pauschale Regel, ob und unter welchen Umständen eine Beziehung eine Chance hat. 
Die Chance deiner Beziehung hängt mit deiner Bereitschaft zusammen, das Fremdgehen aktiv aufzuarbeiten.
Jede Aufarbeitung ist eine Reise, die bei dir selbst beginnt. Du kannst weder mit Ausreden und Vernebelungen weiterkommen, noch mit Schuldzuweisungen.

Einzig Bewusstsein, Offenheit und ein proaktiver Umgang mit deinen Sehnsüchten, Wünschen, Bedürfnissen aber auch Verletzungen bieten Chancen. Auch mutige, von Selbstoffenbarung geprägte Gespräche mit deinem Partner helfen.

Du brauchst die Akzeptanz, dass die Welt des anderen nicht mit deinem eigenen Weltbild identisch ist. Dir muss klar sein, dass du unbequeme Dinge hören wirst.

Dir selbst muss klar sein, dass kein Mensch inwendig genauso aussieht, wie ein anderer. Dein Partner / deine Partnerin kann nicht so ticken wie du. Verfalle nicht in den Fehler der Gleichmacherei und der stillen Voraussetzungen.

Bemühe dich,das Universum des anderen zu erkunden.

  • Erkenne an, dass das Universum deines Partners ein anderes als deins ist
  • Stufe es als gültig ein und versuche nicht zu missionieren
  • Empfinde beide Universen als gleichwertig

Wenn du das geschafft hast, kannst du tragfähige Brücken bauen. Dann hast du alle Chancen der Welt, dass deine Partnerschaft das Fremdgehen übersteht. Nicht nur übersteht, sondern sogar noch besser, inniger und liebevoller werden kann!

Verlustangst oder Liebe: Warum willst du nach dem Fremdgehen in der Beziehung bleiben? 

Das Thema Fremdgehen-Verzeihen bringt sowohl Irrtümer als auch Mythen mit sich. Ebenso viele Verklärungen ranken sich um das Thema Partnerschaft.

Wenn du betrogen wurdest, bist du naturgemäß verunsichert und stellst so ziemlich alles infrage, was du zuvor als gegeben vorausgesetzt hast.
Derart verunsichert versuchst du nun herauszufinden, ob du das Fremdgehen verzeihen solltest, weil du deinen Partner / deine Partnerin noch liebst. Du befürchtest insgeheim, dass vielleicht Verlustangst und die Furcht, allein zu sein oder zu bleiben, Motive sein könnten.

Bild: Fremdgehen verzeihen: liebevolles Handhalten
Willst du das Fremdgehen verzeihen, weil du deinen Partner wirklich liebst?

Aus welchem Grund möchtest du an deinem Partner festhalten?
Wie kannst du das herausfinden?

Es gibt Menschen, die einen Statusverlust befürchten, wenn sie den Partner verlieren. Sie definieren sich z. B. als verheiratet, der Ring am Finger ist wichtig. Für diese Menschen ist es auch wichtig, dass der Partner repräsentativ ist. 

Oder du bewegst dich in einem Umfeld, indem es komisch ist, wenn du „getrennt“ bist.

Manchmal spielt die Angst vor dem Alleinsein eine Rolle.
Kannst du gut allein sein? Ja? Viele können das nicht. Sie halten sich selbst nicht aus, haben keine gute Beziehung zu sich selbst – ertragen sich nicht. Solche Menschen sind nicht allein, sie sind einsam, wenn kein Partner da ist.

Wenn es dir so gehen sollte, musst du deine Beziehung weiterführen, eine Trennung vermeiden. Sonst fliegt dir zu viel um die Ohren. Aber das ist dann keine Weiterführung der Beziehung, kein Verzeihen des Fremdgehens aus Liebe.
Es ist die Vermeidung der Auseinandersetzung mit dir selbst.

Liebst du deinen Partner, bist du in einem ganz anderen Fahrwasser.
Wenn du bedingungslos lieben würdest (laut Lehrbuch), dürfte Fremdgehen gar nicht wehtun. In der reinen, bedingungslosen Liebe dürftest und könntest du negative Gefühle auch in solch einer Situation nicht haben. Befremdlich, oder? Ich frage mich, welcher senile Sack das wohl geschrieben hat. Sorry.

Also ich lebe in keinem sterilen Labor, wo es nur reine und unverschmutzte Liebe gibt. Du etwa? 

Meiner Erfahrung nach gibt es sogar in polyamoren Konstellationen Eifersucht und Aggression.
Ich glaube nicht an das Konzept der reinen Liebe. Zumindest nicht unter Menschen.

Hast du eine gute Basis mit deinem Partner, ein tiefes Verständnis, seid ihr ein Herz und eine Seele? Könntest du deinen Partner zwar traurig, aber ohne großen Groll gehen lassen? Würdest du nach einer Trennung trotzdem noch Liebe zu diesem Menschen fühlen, ihm das Beste wünschen?

Um herauszufinden, aus welchen Motiven du deine Beziehung retten und das Fremdgehen verzeihen willst, kannst du auch eine der beiden folgenden Übungen machen.

1. Übung: Was würdest du deinem Lieblings-Enkelkind raten?

Stell dir vor, du bist hundert Jahre alt oder so, runzlig, zittrig, aber noch ziemlich fit im Kopf. Du bist etwas müde, hast dich hingelegt. Da tritt dein Lieblings-Enkelkind an dein Bett und sagt: „Oma, (oder Opa …), was ist dein Vermächtnis in Bezug auf Liebe an mich?“

Was würdest du als Hundertjähriger diesem Kind sagen?

Würdest du ihm sagen: „Bleib bei deinem Partner, um jeden Preis, auch wenn du nicht diese warmen und tiefen Gefühle hast, sondern nur nicht allein sein willst.“ 

Oder würdest du sagen: „Folge deinem Herzen und suche das wirklich gute Lebensgefühl.“

Welchen Rat würdest du geben? Das ist natürlich der Rat, den du dir selbst geben musst.

 

2. Übung: Welchen Platz in deinem Leben hat dein Partner?

Angenommen, du bist das Zentrum deines Universums, bist in der Mitte, alle anderen rings um dich herum.

Stell dir vor, dein Partner ist mal links, mal rechts neben dir. Fühle nach. Wo ist der richtige Platz, links oder rechts?

Dann packst du mal deinen Partner weg und stellst einen anderen Menschen dahin. Fühlst nach.

Anschließend nimmst du diesen anderen Menschen auch weg und stellst den oder die ideale Partnerin neben dich. Diesen Menschen stattest du mit allen Attributen aus, die für dich in einer Partnerschaft wichtig sind. Fühle nach.

Dann stellst du wieder deinen Partner dahin.

Sind die Gefühle gleich oder sind sie ganz unterschiedlich?

Dann stelle einen Fremden dahin.

Du bist in keinem Falle allein. Nur diesmal hast du einen völlig Fremden neben dir.

Wie fühlt es sich an, wenn dein Partner, jemand x-Beliebiges oder ein perfekter Partner?

Daran kannst du erkennen, ob du wirklich liebst, oder ob es dir egal ist, wen du an deiner Seite hast – solange da überhaupt jemand ist.

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Wie kann Vertrauen wieder aufgebaut werden?

Grundsätzlich können wir Vertrauen nur schenken. Normalerweise vertrauen wir Menschen so lange, bis wir aus diesem Paradies vertrieben werden … Wir vertrauen und werden darin bestätigt.  Dies setzt einen Meilenstein für einen Vertrauensbonus. Das heißt, wir schenken weiterhin Vertrauen, bekommen weitere Bestätigungen. Doch dann, rums, kann es geschehen, dass das Vertrauen enttäuscht wird.

Im Alltag vertrauen wir oft so lange, bis etwas vorfällt. Oder gehst du zum Zahnarzt und lässt dir zuerst sein Diplom zeigen (hatte er überhaupt eine gute Note?) und fragst, ob er ausgeschlafen und glücklich ist? Lässt du dir vom Taxifahrer den Führerschein zeigen und machst einen Drogentest, bevor du einsteigst? Eher nicht, stimmt’s? 

Vertrauen ist, wenn du nicht darüber nachdenkst, nicht merkst, dass du vertraust. Sowie du über Vertrauen nachdenken musst, ist es weg.

Wenn du Vertrauen schenken willst, musst du es irgendwie schaffen, nicht mehr darüber nachzudenken. Du musst dafür sorgen, dass du unbefangen wie ein kleines Kind davon ausgehst, dass die Welt ein schöner Ort und dein Partner ein ehrlicher Mensch ist.

Diesen Zustand kannst du nur über viele kleine Meilensteine erreichen.

Vertrauen aufbauen ist ein interner Prozess. Du musst deinen eigenen Wahrnehmungen und Gefühlen trauen. Du musst dir sicher sein, dass das Abbild der Welt, das du in deinem Inneren trägst, mit der Welt da draußen übereinstimmt. Das kannst du durch Abgleichen in deinem Inneren erreichen, denn die Welt draußen ist, wie sie ist. Deine innere Welt muss in Einklang gebracht werden.

Das Instrument deiner Sinne muss neu gestimmt werden, du musst resonanzfähig werden. Solange dein Kopf deinen Bauch bekämpft, nimmst du Störfunk wahr.
Vertrauen ist nichts, was du aktiv bearbeiten kannst. Vertrauen ist eine Voraussetzung und eine Folge zugleich.

Du hinterfragst das Vertrauen erst, wenn es angekratzt ist. Vertrauen möchtest du dann herstellen, wenn es verloren gegangen ist. Doch dann bist du mit der Energie des Misstrauens unterwegs.

Je aktiver du Vertrauen herstellen willst, umso mehr wirst du hinterfragen. Du wirst beginnen, nach Beweisen zu suchen. Doch egal, was du findest, du wirst das Misstrauen nähren. Solange du so unterwegs bist, kannst du unmöglich das Fremdgehen verzeihen.

Ich gebe dir ein Beispiel: 
Stell dir vor, du schaust in das Handy deines Partners. Du weißt, dass es da diese Kollegin namens Renate gibt, die dir ziemlich gefährlich vorkommt. Entweder du findest einen Chat, der schon ziemlich flirty ist, oder du findest harmlose Textereien über die Arbeit. Im ersten Fall sagst du dir: “Aha! Wusste ich es doch!” Im zweiten Fall befürchtest du vermutlich, dass mehr dahinter steckt, Texte gelöscht wurden, auf einem anderen Medium kommuniziert wird und du für dumm verkauft wirst.

Es kann aber auch sein, dass du auf seinem Handy gar keine Renate gespeichert findest. Entspannst du dich? Wohl kaum. Vermutlich überlegst du dir, ob dein Schatz ein zweites, geheimes Handy hat? Renate unter Robert oder Ronald gespeichert ist? Und zweifelst weiter.

Alles legst du auf die Goldwaage, wenn du Vertrauen mit Gewalt aufbauen willst.

Hast du mal eine Regatta gesehen? Gesehen, wie sich die vielen Boote mit weißen Segeln scheinbar im Zickzack-Kurs vorwärts bewegen? Die Mannschaften sind nicht etwa betrunken. Sie versuchen nur, genau dahin zu kommen, wohin der Wind weht. Deshalb fahren sie so dicht am Wind wie möglich in die eine Richtung, dann wenden sie und wiederholen das Manöver in die andere Richtung.

Was hat das mit Vertrauensaufbau zu tun?

Das Vertrauen ist dein Ziel, von dem her auch der Wind weht! Den direkten Weg kannst du nicht einschlagen, sonst wirst du zurückgeworfen.
Konkret als Betrogener kannst du dein Vertrauen wieder aufbauen, indem zu zuerst Kopf und Bauch wieder in Einklang bringst.
Baue das Vertrauen in dich selbst zuerst wieder auf. So schaffst du dir ein gesichertes Fundament. Auf dieser Basis funktioniert deine Goldwaage dann geeicht.

Erst wenn du dir selbst und deinen eigenen Wahrnehmungen vertraust – ich wiederhole: Kopf und Bauch im Einklang sind … – hast du gute Filter. Diese Filter sind wie frisch gereinigt. Du kannst wahrnehmen, was ein X ist und was ein U.

Vertrauen entsteht dann, wenn du wahrnimmst, dass das, was gesagt wird, genau das ist, was getan wird – und umgekehrt.

Das klappt aber nur, wenn du intern eine stabile Basis hast, mit dir selbst im Reinen bist. Ansonsten spielen dir deine Ängste einen Streich und füttern nur das Misstrauen. Hier beißt sich die Katze in den Schwanz. Soll ich es erneut wiederholen? Kopf im Einklang mit dem Bauch …erster Schritt. Sonst zweifelst du noch lange, stellst infrage und prüfst.

Wenn das Aufarbeiten des Fremdgehens Erfolg haben soll, war schon immer der erste Schritt, dich selbst wieder aufzubauen.

13 geballte Tipps, um das Vertrauen nach dem Fremdgehen wieder aufzubauen 

Wenn du das Vertrauen nach dem Fremdgehen wieder aufbauen willst, gibt es kein einfaches Strickmuster. Du musst beide Seiten betrachten. Und darüber hinaus auch gemeinsam etwas tun.

Tipps für den Betrogenen:

Du musst dir zuerst selbst wieder vertrauen. Deinen Wahrnehmungen, Intuitionen und deinem Bauchgefühl. Weiterhin kannst du lernen, wie du Lügen erkennst, damit du für dich klare Kriterien hast.

  • Achte darauf, ob die Worte deines Gegenübers mit den Taten übereinstimmen und die Taten mit den Worten. Fühl nach!
  • Übernimm die Verantwortung für dich und deine Gefühle.
  • Arbeite nicht mit Verurteilung.
  • Frag dich, in welchen anderen Bereichen deiner Beziehung du uneingeschränkt vertraust. Kindererziehung? Geld? Absprachen?
  • Sprich über dich und deine verletzen Gefühle.

Tipps für den Untreuen:

Du wirst ebenfalls bemüht sein, das Vertrauen wiederherzustellen. Du kannst nur indirekt helfen, weil dein Partner mit seinen eigenen Gefühlen ringt.

  • Doch du solltest auf „proaktive“ Offenheit, Ehrlichkeit und Transparenz achten.
  • Sei erreichbar, wenn dein Partner dich anruft.
  • Am Anfang kannst du von dir aus unaufgefordert mehr von dir erzählen. Was du machst, was du denkst und fühlst.
  • Dein Handy drehst du bitte nicht weg, wenn dein Partner den Raum betritt, lass es lieber ohne Passwort (obwohl: Das kann man aus Datenschutzgründen heutzutage nicht raten, gib dein Passwort heraus), mit dem Bildschirm nach oben zeigend auf dem Tisch.
  • Steh zu dem, was du tust und tue, was du sagst. Es muss stimmen und jeder etwaigen Prüfung deines Partners standhalten.
  • Beantworte alle offenen Fragen. Ansonsten sucht dein Partner selbst Antworten.
  • Sei geduldig und geh auch auf Fragen ein, die du schon wiederholt gehört hast. Lass dich auf keinen Argumentationskrieg ein, sondern hab Geduld und Verständnis für sein / ihr Seelenchaos.
  • Gib deinem Partner nicht die Schuld an deinem Tun, sondern übernimm die Verantwortung für dich. 

Topp-Tipp für euch gemeinsam:

Ihr beide gemeinsam könnt das Zwiegespräch nach Möller führen, es fördert auch Vertrauen. Klicke auf den Link, dort habe ich eine ausführliche Anleitung für dich.

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Achtung: nur für kurze Zeit!

Fremdgehen verzeihen ist möglich!

Es gibt ein Leben nach dem Fremdgehen! Allerdings musst du bereit sein, dich dem Thema zu stellen und die vielen kleinen Schritte zu gehen, die notwendig sind.

Fremdgehen kann man so verarbeiten, dass keine Wut, Trauer und Verzweiflung, aber auch keine Hilflosigkeit mehr da ist. Stattdessen bekommst du Bewusstsein für dich und deinen Partner, tiefe Liebe und Vertrauen. Das ist doch ein toller Ersatz für die schlechten Gefühle, oder?

Vergiss, die gute alte Beziehung zurück haben zu wollen. Das geht nicht. Die gibt es nicht mehr. Doch stattdessen bekommst du die Beziehung 2.0. Eine neue Beziehung mit altem Partner.

Vorwurf und Gegenvorwurf beim Aufarbeiten

In der Aufarbeitung des Fremdgehens wird viel getröstet und oft auch gestritten, gelogen oder schlaflose Nächte lang diskutiert.
Typischerweise schaukeln sich solche Debatten im Streit hoch. Vorwürfe fallen und Gegenvorwürfe folgen.

Ich verdeutliche dir das mit einem Beispiel:
Rudolf sagt etwas, was Marlies verletzt. Marlies reagiert sofort, sie fragt nicht nach, wie es gemeint war. Da sie sich provoziert und abgewertet fühlt, kontert sie so, dass Rudolf sich nun seinerseits klein gemacht fühlt.
Rudolf ärgert sich und schießt zurück, jetzt etwas schärfer. Marlies rüstet wiederum auf.

Beide werfen mit Vorwürfen um sich. Beide reagieren. 

Wer übernimmt die Verantwortung für die Kommunikation? Normalerweise der Flexiblere. 
Vorwurf mit Gegenvorwurf abzuwehren, das ist wie einander abwechselnd auf den Kopf zu hauen.

Der Start der Diskussion kann ohne böse Absicht gewesen sein. Entweder hat Rudolf tolpatschig formuliert oder Marlies hat die Worte in den falschen Hals bekommen. Manchmal gibt es auch vermintes Terrain in der Kommunikation, wo du dir einfach nur Ärger einhandeln kannst. Manche Wörter sind so negativ besetzt, dass es keine Rolle spielt, in welchem Zusammenhang du sie verwendest.

Wenn du dich zu Unrecht gemaßregelt fühlst, stimmt das weder mit deiner Intention noch mit deinem Selbstbild überein. Du ärgerst dich und reagierst reflexartig.

Bild: Fremdgehen verzeihen: Paar umarmt sich verzeihend
Verzeihen ist zwar vergangenheitsorientiert, kann aber eure gemeinsame Zukunft nach dem Fremdgehen retten.

Ein anderer Einstieg in das Vorwurf-Gegenvorwurf-Spiel: Du „ertappst“ deinen Partner bei etwas und sprichst es direkt in der Situation an. Dein Partner sieht sich in die Enge getrieben und kann nicht mit einer Ausrede aufwarten. Er fühlt sich schlecht. Um sich nicht komplett unterlegen zu fühlen, wertet er dich ab. Du sollst dich nicht zu gut fühlen.

Hinterher kann er behaupten, es in der Wut gesagt zu haben und natürlich niemals so gemeint zu haben. Jeder gibt etwas mehr Pfeffer in die Antwort. Jeder reagiert nur, fühlt sich ungerecht behandelt.

In der Reflexion des Streits geht es weiter: Hättest du nicht, hätte ich nicht.

Vorwurf und Gegenvorwurf sind ein unheilvolles Pingpong-Pärchen. Beim Aufarbeiten des Fremdgehens heißt das dann oft: „Ich habe das gemacht, weil die Liebe weg ist. Ich habe so gelitten, ich habe mir ein intelligentes oder sexualisiertes Gegenüber gewünscht …“ Jünger, schöner, schlanker, klüger, reicher.

Die Reaktion setzt eins darauf: „Ich hätte auch gern jemand Potenteren, Erfolgreicheren oder Attraktiveren an meiner Seite gehabt …“
Es spitzt sich zu, unter der Gürtellinie. Mit jeder Runde wird die Kommunikation fieser.

Vorwurf und Gegenvorwurf in der Kommunikation sind oft nur Ablenkungsmanöver, um nicht über eigene Unzulänglichkeiten sprechen zu müssen. Denn das ist unangenehm.
Doch spätestens in der 3. Runde ist das Vorwurf-Gegenvorwurf-Spiel verletzend.

Vorwürfe sind immer vergangenheitsorientiert. Wenn du jedoch Fremdgehen aufarbeiten willst, musst du nach vorne schauen!

Übrigens kann auch frühzeitiges Einlenken ein Ausweichmanöver sein, das die Aufarbeitung stocken lässt. Du entschuldigst dich, machst einen Kniefall, willst damit vermeiden, weiter über ein unangenehmes Thema sprechen zu müssen.

Beide Strategien verschaffen dir allenfalls kurzfristig Ruhe. Bei der nächsten Gelegenheit jedoch kommt alles wieder aufs Tapet. 

Wie viele Runden willst du kämpfen? 

Kann eine Beziehung Untreue überstehen? 

Eine Beziehung kann das Fremdgehen verzeihen, wenn beide bereit sind, daran zu arbeiten. Fremdgehen verzeihen inkludiert also beide!

Jeder der beiden steht vor einer anderen Herausforderung.

Der Betrogene muss sich den Boden unter den Füßen selbst zurückerobern und einsehen, dass er das nicht delegieren kann. Er muss aus der Opferhaltung heraustreten.

Der Untreue muss lernen, besser zu reflektieren. Fremdgehen selbst ist unreflektiert. Mit Kompromissen oder einer schnellen Rückkehr zur Tagesordnung ist nichts gewonnen. 

Auf beiden Seiten ist Bewusstsein der Joker.

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Fremdgehen verzeihen, so gelingt es dir

Wenn du betrogen wurdest und das aufarbeiten möchtest, musst du eine Treppenstufe nach der anderen gehen.

  • Am Anfang geht es darum, deine Gefühle zu analysieren. Lerne deinen Status quo kennen: Bist du eher wütend oder fühlst du dich eher hilflos? Schämst du dich mehr, als du Angst hast? Wie genau geht es dir?
  • Anschließend kümmerst du dich darum, dass du deine Gedanken- und Gefühlswelt in Einklang bringst. Die Trigger, tausend quälenden Fragen und die belastenden inneren Bilder musst du loswerden. Lass all das los, was da in deinem Kopf gleich einem Gedankenkarussell herumkreist.
  • Danach kannst du dich gut stabilisieren und dir den Boden unter deinen Füßen zurückholen. 
  • Wenn du das geschafft hast, liegen die anstrengendsten Stufen schon hinter dir. Danach ist es wichtig, dir klarzumachen, welche Wünsche, Sehnsüchte, Hoffnungen und Verletzungen du hast, was dir gefehlt hat. 
  • Nach dieser Vorbereitung gehst du ins Gespräch mit deinem Partner. Wichtig ist dabei z. B. zu klären, wo Treue für euch angesiedelt ist. Wie genau ist sie für euch definiert, wo fängt sie an und wo hört sie auf? Ist Treue euch beiden wirklich das Wichtigste in eurer Partnerschaft oder gibt es Wichtigeres?
  • Aufarbeitungs-Gespräche solltest du natürlich so führen, dass du ruhig, freundlich und einigermaßen gelassen bleibst. Das heißt, dass du weder in Tränen ausbrichst noch einen Wutanfall bekommst. Du erforschst die Universen. Wie ist das Universum deines Partners, wie dein eigenes? Du lässt diese Universen gleichwertig nebeneinander stehen und beginnst, Brücken zu bauen. Die Brücken kannst du mit einem Geländer sichern, indem ihr Spielregeln vereinbart.
  • Die letzte Treppenstufe kannst du überspringen, weil du eigentlich fertig bist. Doch was wäre eine Aufarbeitung wert, die nicht dafür sorgen würde, dass du so etwas nie wieder erlebst? Ihr lernt euch auf einer sehr tiefen Ebene kennen. Die Dynamik, die zum Fremdgehen führte, wird zur Entwicklung, die euch loyaler macht, Rücken an Rücken stehen lässt und euch immun macht gegen störende Einflüsse von außen. 

Wichtig: Die Bereitschaft zur Aufarbeitung muss auf beiden Seiten vorhanden sein. Die einzelnen Stufen müssen gegangen werden.

Das Verzeihen bekommst du obendrauf geschenkt.

Vergeben und wieder Vertrauen heißt: Das Problem muss unsichtbar werden. Nicht unsichtbar, weil es unter den Teppich gekehrt wurde, sondern unsichtbar, weil es erledigt ist, bewältigt, aufgearbeitet, weil es in eurem Leben keine Rolle mehr spielt.

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