Genitale Sexualität

Genitale Sexualität. Mann und Frau haben Sex in einem Badezimmer.

Sex ist gut für die Partnerschaft, Leistungsdruck dabei nicht. Gegen Stress beim Sex kann Hypnotherapie helfen.

Jede Form der Sexualität hat einen hohen Spaßfaktor, birgt aber auch ganz eigene Störanfälligkeiten. Genitale Sexualität möchte ich da nicht ausschließen.

In der Tierwelt gilt Sexualität der Fortpflanzung und ist deshalb eher genital zu nennen. Bei uns Menschen ist das nicht immer oder ausschließlich so. Bei den Tieren sind es die Herren Skorpione, Mücken, Spinnen und die Gottesanbeterin-Männchen, denen während der Ejakulation gelegentlich der Kopf abgebissen wird oder der Unterleib (bei den Bienen) verlustig geht. Gewalt und Sexualität können in der Tierwelt manchmal recht nahe bei einander liegen. Auch mit den Tierdamen wird nicht zimperlich verfahren. Sie werden „genommen“.

Menschliche Sexualität ist anders als die der Tiere

Wie viele seiner Kollegen bezweifelt der Biologe Gerhard Hüther, dass menschliche Sexualität allein der Zeugung dient. Sexualität gilt unter Biologen als die aufwändigste und anfälligste Zeugungsmethode auf unserem Globus.

Wir Menschen haben bereits vor vielen, vielen Jahren parallel zur Entwicklung unseres Vernunftgehirns zyklusunabhängige Lust ausgeprägt. Das macht uns ziemlich einzigartig. Wir sind nicht nur intelligent geworden, sondern auch moralisch unberechenbar.

Lust und Frust liegen eng umschlungen beieinander

Wird Sexualität rein genital praktiziert, dann sind Zärtlichkeit, Liebe oder ein Vorspiel eher Mittel als Zweck. Masturbation, käufliche „Liebe“, Quickys, One-Night-Stands oder Swinger-Club-Besuche haben meist den Anstrich rein genitaler Sexualität. Manche Menschen nennen diese Art der Sexualität auch „orgasmusfixiert“.

Trotz sexueller Revolution der 1960-er Jahre und der damit verbundenen Freiheit, Transparenz, Offenheit, Selbstverwirklichung und Selbstbestimmtheit in der Sexualität fällt mir in der Praxis immer wieder ein Phänomen auf: Paradoxerweise ist genitale Sexualität zwar losgelöst von Bindungsabsichten. Bindungsabsichten sind jedoch nicht losgelöst von genitaler Sexualität. Es scheint so, dass Bindungen, in denen genitale Sexualität neben anderen Formen gelebt wird, sogar stabiler sind.

Meiner Meinung nach kamen mit der sexuellen Freiheit leider auch Leistungsdruck, Versagensängste und ein „Zwang“ zur Lust mit ins Bett. Dadurch entstehen viele Problemen in Partnerschaften. Sex kann zu einer technisch-sportlichen Übung verkommen oder es tritt Libido-Verlust („Schatz ich hab Migräne“) auf beiden Seiten auf, auch erektile Dysfunktionen oder gar Impotenz. Unbewusste Programme funken dazwischen.

Sex-Probleme führen zu Frust – manchmal auch zur Trennung

Diese Probleme sind nicht gottgegeben, sondern häufig menschengemacht. Neben den rein organischen Ursachen ist häufig unser super gut entwickelter Kortex evolutionsbedingt mit Erwartungen, Druck, oft auch Versagensängsten und eben Leistungsgedanken ausgestattet. Das verträgt sich nicht gut mit Lust, Loslassen, oder sexueller Ekstase.

Durch eine gute Anamnese und maßgeschneiderte hypnotherapeutische Intervention kann – nach ärztlichem Ausschluss organischer Ursachen – sehr effektiv therapeutisch geholfen werden.

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