Mit dem Partner kämpfen: ultimative Kraftverschwendung

Viele Streitereien unter Partnern sind eigentlich Machtspiele. Mit dem Partner kämpfen bedeutet oft, dass es eine Grundunzufriedenheit gibt. Doch hat diese oft gar nichts mit dem Partner zu tun.

Mit dem Partner kämpfen- oder gegen sich selbst?

3 typische Kämpfe, an denen dein Partner nicht schuld ist

Wer sich selbst nicht liebt, kann auch andere nicht lieben.

Menschen, die sich selbst nicht mögen, strahlen dies aus. Häufig wird dann die Verantwortung für das eigene Wohlbefinden nach außen projiziert. Jemand Anderes wird für eigene, interne schlechte Gefühle in Regress genommen. Diesen Menschen fehlt echte Leichtigkeit und Fröhlichkeit, ihr Verhalten wirkt entweder unzufrieden, oder überdreht, bemüht, und aufgesetzt.

Nur wer sich selbst mit all seinen Einzigartigkeit annehmen kann, kann dies auch mit anderen tun. Gerade dies ist eine unschätzbar wichtige Tugend in einer Beziehung. Wenn Sie mit dem Partner kämpfen, wird die Einzigartigkeit in Frage gestellt.

” Die Qualität Deiner Beziehung zu Dir ist der Schlüssel zu allem. Alles, was Du erlebst, ist ein Spiegel dieser Qualität!” schreibt Veit Lindau in “Heirate Dich selbst”.

Übertragen von Verantwortung für die Glücksgefühle

Wenn ein Paar das eigene Glück vom jeweils Anderen abhängig macht, wird es zwangsläufig enttäuscht. Dann fühlt sich jeder schlecht behandelt, nicht gesehen, unvollständig und ziemlich kraftlos. Das eigene Fühlen wird abhängig von den Bemühungen und Bestätigungen durch den Partner. Ist dieser glücklich, ist man selbst das auch. Ist dieser schlecht gelaunt, sinkt die Selbstliebe sofort in den Keller. Das Gefühl herrscht vor, dass der Andere einen runter zieht.

Oder man  befürchtet, schuld an der Laune des Anderen zu sein. Man will “reden” oder durch gesteigertes  Mühe- geben etwas wieder gut machen, wobei man allerdings keine Ahnung hat, was es eigentlich gut zu machen gilt. Es ist, als ob wir die Fernbedienung für unser Wohlbefinden abgegeben hätten.

Typische Streitschleifen laufen dann nach folgendem Schema ab: Horst gibt Uschi nicht die Anerkennung, Bestätigung oder Zustimmung, die sie braucht, um sich heil zu fühlen. Sie fühlt sich dadurch abgewertet, egal ob die Situation objektiv überhaupt Zustimmung oder Anerkennung erfordert hätte. Es kann ja auch sein, dass sie eigentlich Mist gebaut hat. Je nach Temperament gibt sich Uschi nun extrem viel Mühe und bettelt um ein positives Feedback, oder sie montiert Horst ab, damit die Augenhöhe wieder hergestellt ist. In beiden Fällen wäre es um die Selbstliebe schlecht bestellt, in beiden Fällen hätte Uschi sich nicht selbst reflektiert und ihr eigenes Tun gut gefunden.

Enttäuschung über den Anderen

Vorwürfe und Gemecker entspringen immer einer Enttäuschung. Das Wort Enttäuschung jedoch hat es in sich. Ent- Täuschung! Eine Projektion muss zurück genommen werden. Das macht niemand gern.

Häufig beobachte ich Paare, die scheinbar viel reflektieren. Meist höre ich: Horst ist so und so und Horst reagiert so, dann macht er dies, dann macht er das. Das sagt jedoch nicht Horst über sich, sondern seine Uschi. Oft stimmen die Aussagen schon irgendwie, aber mehr als über den Anderen sagen sie über einen Selbst aus. Horst wird sich aller Wahrscheinlichkeit nach angegriffen fühlen, hält dagegen und erklärt seiner Uschi, wie schräg sie tickt.

Uschi wird verletzt kontern und Horst wiederum ordentlich dagegenhalten. Schwupps streiten beide miteinander.

Diese Art zu reflektieren wird als Übergriff empfunden. Abwehr ist die wahrscheinlichste Reaktion.

Um sich als Paar gut zu reflektieren und wachsen zu können, ist Selbstreflexion die beste Basis. Danach kann man die gemeinsame Schnittmenge der schönen Dinge vergrößern und an den gemeinsamen Problemfeldern arbeiten.

unfair werden im Streit

Nach der Bewertung des Anderen statt Selbstreflexion kommen häufig abmontierende Worte. Abwertung ist ein heikles Thema.

Was ich an mir ablehne, fällt mir an anderen Menschen auf. Am deutlichsten am Partner.

Auf welche Art bekämpfe ich mich selbst? Anders betrachtet fliegen einem im Streit durch die Vorwürfe des Anderen meist nicht eigene Unzulänglichkeiten an den Kopf, sondern versteckte Selbstoffenbarungen. Ebenso sagen unsere verletzendsten Worte meist mehr über eigene Kriegsschauplätze aus als über den Anderen.

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