Partner lässt schlechte Laune an mir aus: Was tun?

Partner lässt schlechte Laune an mir aus: was tun? Junge Frau liegt auf dem Bett und schaut verzweifelt.

Bist du dir deiner schlechten Laune selbst bewusst? Bist du dir deiner Kommunikationsweise, deiner Ausstrahlung bewusst? Niemand sollte einen anderen mit seiner schlechten Laune belästigen und schon gar nicht, ohne es selbst zu bemerken.

„Das musst du aushalten“, sagt sie, als er sich darüber beschwert, dass seine Partnerin ihre schlechte Laune an ihm auslässt. „Von wegen!“, antwortet er. Es kommt darauf an, sage ich.

Darf man in Partnerschaften schlechte Laune ausleben?

Niemand sollte einen anderen mit seiner schlechten Laune belästigen, schon gar nicht seinen Partner. Den erst recht nicht! Oder doch? Ändert sich sonst nie etwas in der Beziehung?

Jeder von uns hat mal schlechte Laune

Schlechte Laune kennen wir doch alle. Aufgestaute Bagatellen und gesammelte Kamellen können sie auslösen. Ein kleiner Anlass oder etwas aus der Vergangenheit können sie hervorrufen.  Manchmal liegt es aber einfach nur am Alltagsstress. Ist das unvermeidliche beziehungstechnische Umweltverschmutzung? Deine schlechte Laune am Partner auszulassen, ist naheliegend. Der Partner ist einfach da. Manchmal auch, wenn du lieber eine Stunde für dich allein wärst. Ist der Partner gar dein liebstes Druckventil? Dennoch, mit Absicht verdirbt wohl kaum jemand die Stimmung.

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Du sagst hü, er sagt hott. Oder du ping, er pong. Oder du reagierst allergisch auf Bemerkungen, die vielleicht gar nicht blöd gemeint waren. Wie wäre es, wenn ihr euch statt zu streiten gut unterhalten könntet, mit Leichtigkeit und Freude miteinander reden könntet?

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Schlechte Laune am Partner auslassen, ohne schlechte Laune zu haben

„Manchmal behauptet er, ich würde meine schlechte Laune an ihm auslassen“, sagt sie. Und auch, dass sie noch Sekunden davor super gut gelaunt war. Wir machen uns selten klar, wie sehr unsere Redeweise andere emotional beeinflusst. Doch nicht nur das, es beeinflusst uns auch selbst.

In der Hypnose setzt man gezielt Worte ein wie „mal“, „immer“, „alle“, „keiner“ oder „nie“. Je nachdem, was erreicht werden soll. In der Alltagssprache wird generalisiert, getilgt, übertrieben und verzerrt. Häufig ist das dann einfach Kommunikationsschlampigkeit, meist unabsichtlich, aber verletzend.

Wer aufgeregt und verärgert ist, erhebt meist seine Stimme. Das subjektive Empfinden beim Partner ist dann, ein vorwurfsvoller Tonfall, vielleicht sogar, ich werde angeschrien.

In der Literatur über Kommunikation heißt es, wir sollen mit vier Mündern sprechen und mit vier Ohren hören. Dort heißt es auch, dass das Wahrscheinlichste in jeder Kommunikation das Missverständnis sei. Ganz so schlimm ist es nicht. Und es wird besser, wenn du dich bewusst beobachtest und 4 Tipps beherzigst.

Schlechte Laune am Partner auslassen kann auch ein Appell sein

Manchmal steht die schlechte Laune für eine unausgesprochene Kritik, ein Genervt-Sein über den Partner. Er soll sich endlich ändern oder endlich verstehen. Dann steht das Stimmungstief für einen Appell: Bitte tue endlich das, was ich nicht aussprechen möchte!

Woher kommt dieses Verhalten?

  1. Die Rolle der Vorbilder: Wir haben etwa 80 Prozent unseres Verhaltens durch Nachahmung übernommen. Viele Paare glauben, dass sie von ihrem Partner ein bestimmtes Verhalten fordern können, während sie selbst etwas völlig anderes vorleben. Wenn jemand sich zum Beispiel selbst regelmäßig total unklar ausdrückt, kann er kaum erwarten, dass andere nicht um den heißen Brei herum reden. Einer gibt sozusagen den Ton an durch sein eigenes Verhalten. Wenn wir also feststellen, dass andere sich nicht so verhalten, wie wir es uns wünschen, hat es oft mit unserem eignen Verhalten zu tun. Dies wiederum ist häufig ein Spiegel der eigenen Vergangenheit, eigener Lebenserfahrung. Solange wir uns dieser Prozesse nicht bewusst sind, werden wir maßgeblich durch solche unbewussten Verkettungen gesteuert.
  2. Der zweite Grund kann unser Selbstwertgefühl sein. Wenn wir kritisieren, setzen wir uns insgeheim auf einen Thron und blicken auf den Anderen herab. Ist unser Selbstwertgefühl hingegen stabil, haben wir es gar nicht nötig, uns zu erhöhen, indem wir andere erniedrigen. Kritik und Beschimpfungen sind Formen der Erniedrigung. Oder aber – Thema Selbstwertgefühl – wir fühlen uns selbst kritisiert, da wo es vielleicht überhaupt keine Kritik gab, einfach durch Tonfall und Wortwahl unseres Gegenübers. Auch hier hilft das Besinnen auf den eigenen Selbstwert.

Wie vermeidest du es, deine schlechte Laune am Partner auszulassen?

Aus den beiden genannten Hauptursachen lassen sich zwei grundsätzliche Strategien ableiten. Wenn du dich dazu hinreißen lässt, deine schlechte Laune am Partner auszulassen, solltest du zuerst lernen, deine schlechte Laune zu fühlen und zu benennen. Du musst dir deiner Ausstrahlung in diesem Moment bewusst werden.

Hier sind zwei wichtige Aspekte:

  1. Du kannst dir bewusst Verhaltensvorbilder schaffen. Wer willst du sein? Wie möchtest du reagieren? Gelassen, freundlich und hilfsbereit? Gerade dann, wenn jemand deiner Meinung nach einen Fehler gemacht hat?
  2. Du kannst an deinem Selbstwertgefühl arbeiten. Je sicherer du dich selbst fühlst, umso weniger brauchst du den Thron, von welchem aus du herabschauen kannst, umso weniger musst du dich verteidigen.
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4 Tipps, wenn dein Partner seine schlechte Laune an dir auslässt

Meiner Meinung nach ist Authentizität gepaart mit Kultur die cleverste Art, mit einem schlecht gelaunten Partner zurecht zu kommen.

  • Du könntest auch morgen erst etwas sagen. Dann reagierst du vielleicht nicht mehr wütend, empört oder verletzt.
  • Du könntest dem Anderen Fragen stellen, um zu verstehen was gerade los ist, wie es zu der Stimmung kommen konnte. Denn meist ist nicht böser Wille der Grund für die schlechte Laune des Anderen.
  • Du könntest um einen Vorschlag bitten, wie das Problem gelöst werden kann. Du wirst staunen, wie deeskalierend das wirken kann.
  • Und du könntest öfter loben! Das klingt leichter, als es ist, wenn dich gerade jemand als Blitzableiter benutzt. Das baut den Selbstwert auf. Doch solltest du nur echte Komplimente machen, sonst eskaliert die Situation.

Und ein Tipp extra noch zum Schluss. Statt zu lächeln wie ein Haifisch und zu hoffen, dass der Andere das als echtes Lächeln empfinden wird, könntest du herausfinden, was hinter der schlechten Laune steht.

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