24 Tricks: Streiten wie ein Fiesling

Haben Sie schon mal daran gedacht, wie Sie die Situation in Ihrer Partnerschaft verschärfen können? Beschäftigen Sie sich mit dem Thema Streit! Das ist immer ein guter Ansatz. Hier habe ich 23 fiese Tricks für Sie. Die meisten davon werden mir in meiner Praxis immer wieder erzählt. Manche kenne ich privat ganz gut und einen habe ich neulich erst gelernt. Mehr verrate ich nicht...

Vielleicht erkennen Sie sich wieder und schmunzeln darüber. Aber nicht, dass Sie den Spieß umdrehen. Am Ende bricht bei Ihnen zuhause die blanke Harmonie aus! Ich übernehme keinerlei Verantwortung.

Oder doch lieber so? Was können Sie tun, um NICHT fies zu streiten?

Stellen Sie sich vor, Sie hätten eine Landkarte. In dieser Landkarte sind Ihre Ziele eingezeichnet und die verschiedenen Wege dorthin. Die geeignete Route ist auch ganz ordentlich je nach Transportmittel farblich anders markiert.

Was wäre diese Karte wert ohne eine Markierung der Stolpersteine, Umleitungen, kaputten Straßen, den Räubernestern oder anderen gefährlichen Stellen?

Hier sind meine Markierungen:

24 Warnungen vor fiesen Streit-Fallen:

1. Streitfrage verändern

Stellen Sie die Aussage des Gegenübers infrage. Das gelingt Ihnen ganz leicht, wenn Sie Aussagen Ihres Partners übertreiben oder verallgemeinern. Picken Sie sich in der Aussage „nie“. „immer“, „keiner“, „alle“ oder ähnliche Verallgemeinerungen heraus und bringen Ihren Partner so in Erklärungsnot.

2. Mit Fragen Nebel erzeugen

Frei nach Schopenhauer, kann man durch zu viele Detailfragen seinen Partner verwirren und aus dem Konzept bringen. Am sichersten gelingt Ihnen das, wenn Sie nach keinerlei logischer Struktur wild alles durcheinander fragen. Die Antworten wiederum in eine ganz neue Richtung hinterfragen. Sie können auch so hinterfragen, dass Ihr Partner meint, Sie würden auf das Gegenteil hinauswollen. Wenn Ihr Partner schließlich nur noch mit „Nein“ antwortet, können Sie das „Nein“ noch hinterfragen.

3. Falsche Schlussfolgerungen ableiten

Schieben Sie Ihrem Partner falsche Schlussfolgerungen unter. Am besten gelingt das, wenn Sie zuerst ein paar Fragen stellen, diese dann aber wissentlich falsch und überzogen zusammenfassen, interpretieren oder beantworten.

4. Provozieren

Provozieren Sie Ihren Partner ein bisschen, bis er wütend wird. Kleine Frechheiten, Neckereien und als Witz verpackte Sticheleien schaffen das meist recht schnell. Wenn Ihr Partner wütend genug ist, wird er irgendwann unüberlegt antworten. Dann antworten Sie betont reflektiert und gelassen mit der Killerfrage: „Warum regst Du Dich denn so auf?“

5. Persönliche Angriffe

Wenn Sie merken, dass Ihr Partner sachlich bleibt, können Sie das Thema auf Ihren Partner umlenken. Direkte Angriffe lenken zuverlässig vom eigentlichen Thema des Streits ab. Greift Ihr Partner zum Gegenangriff, dann kontern wie oben: „Warum regst Du Dich denn so auf?“

6. Auf Schwächen herumreiten

Gut zuhören und dann Schwächen in der Argumentation des Anderen ansprechen und darauf herumreiten. Dann wieder den nächsten Schwachpunkt herauspicken usw.

7. Fragetechnik

Eine kurze geschlossene Frage, dann eine offene: „Findest Du das richtig? (egal ob ja oder nein als Antwort kommt) Warum ...?“

8. Roten Faden vereiteln

Um Ihren Partner aus dem Konzept zu bringen, können Sie Unterbrechen, Zwischensätze einfügen, oder besonders gemein fragen: “Was ist der Hintergrund Deiner Aussage?“ Sie können auch Gegenfragen benutzen.

9. Fragen, die Ihren Partner dumm dastehen lassen

Sie können auch höflich darum bitten, eine Frage stellen zu dürfen. Dann fragen Sie etwas, auf das es keine Antwort gibt.

10. Dagegen sein

Das hat schon in der Pubertät bei unseren Eltern bestens funktioniert. Als Erwachsene können wir das kaschieren mit: „Wir sollten bedenken...“ Hochinteressant, aber“ und dann ziehen Sie sich bitte immer wieder auf die Aussage zurück, dass Sie die Angelegenheit doch bloß differenziert betrachten wollten. 

11. Du verstehst mich falsch

Wenn Sie Ihrem Partner sagen, dass er Sie falsch versteht, ist das fast immer mit einer emotionalen Reaktion verbunden, auf der Sie dann herumreiten können.

 12. Abwerten

„Du bist ein Mann, Du kannst das nicht verstehen.“ Das funktioniert auch mit der Berufsgruppe des Partners oder der Farbe des Hemdes: „Du bist Vertreter, das merke ich gerade wieder sehr deutlich.“ „Die Farbe Deines Hemdes entspricht Deiner Gesinnung.“

13. Integrität in Zweifel ziehen

Sie können das Streitthema als gutes Beispiel umdeuten, um Ihrem Partner zu zeigen, dass es ihm nicht ums Prinzip gehen kann, sondern, dass er stattdessen nicht integer ist. „Du verlangst von mir, dass ich nachhaltiger Einkaufe. Aber Du hast gerade eine Flugreise gebucht.“

14. Nebensächlichkeiten aufblasen

Lenken Sie Ihren Partner vom eigentlichen strittigen Punkt ab und fokussieren Sie sich auf einen banalen Nebenschauplatz.

15. Moralisch werden

„Willst Du in Kauf nehmen, dass ich...“ 

16. Große Linie

Spielen Sie Fakten und Thesen als kleinlich herunter und fokussieren sich auf die „große Linie“. Damit spielen Sie ihren Partner sehr schnell an die Wand

17. Keine große Linie

Im Gegenteil zu Obigem: Vernachlässigen Sie keine Details. „Das ist schnell daher gesagt“ oder „Dein Argument ist mir zu ungenau“ „das ist mir noch nicht sorgfältig genug durchdacht“. 

18. Nach dem Datum oder der Uhrzeit fragen

Wann war das denn? Das jagt jeden auf die Palme, weil die wenigsten von uns ein kartographisch zeitlich korrektes Gedächtnis haben und diese Frage schlicht nicht beantworten können. Wir bringen ja oft schon die einfachsten Ereignisse in ihrer zeitlichen Abfolge durcheinander!

19. Der gesunde Menschenverstand

Sich auf den gesunden Menschenverstand zu berufen, macht auch beinahe immer mundtot. „Das weiß doch jeder!“

„Das ist längst bewiesen...“

20. Für blöd verkaufen

„Das kann ich Dir sagen, aber was kannst Du damit anfangen?“ oder Sie antworten auf eine Frage mit „ja, warum?“ oder mit „Was macht das mit Dir, dass Du mich das jetzt so fragen musst?“

 21. Schreien

Hilft auch, um Ihren Partner einzuschüchtern. Klappt aber nur, wenn man ansonsten ruhig ist und das Lautwerden nicht überstrapaziert. Es muss überraschend eingesetzt werden.

22. Schreien unterstellen

Auch das klappt wunderbar, um vom Thema abzulenken. Abgesehen, dass manchmal die Lautstärke tatsächlich zu hoch ist, kann man mit dieser Unterstellung prima im Weiteren über Kommunikation, oder „wer schreit, hat unrecht“ sprechen.

 23. Sex

Was Sie in Filmen immer wieder sehen: Biestige Mädels verführen ihren meckernden Partner kurzerhand. Männer haben diesen Trick sowieso parat. Probieren Sie es aus!

24. Kein Sex

Den Partner schmollend mit Sexentzug zu bestrafen, höre ich hingegen im echten Leben deutlich öfter, als sich gegenseitig mit Küssen mundtot zu machen.


Zusammenfassung:

Wenn vernünftiges Reden scheinbar nichts mehr hilft, fangen wir auf die eine oder andere Art an, den Streit zu manipulieren. Blind drauf los zu streiten, bringt Sie nicht ans Ziel, sondern führt zu Umwegen und Verzettelungen. Sie müssen nicht in jedes Fettnäpfchen treten. Deshalb sind Bewusstsein und eine gute Landkarte nötig, um Ihr Ziel im Auge zu behalten. Kennen Sie die Landkarte, können Sie frei wählen, welchen Weg Sie nehmen und erkennen auch sehr schnell, wenn Sie sich mal verirren sollten.

Vera Matt

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