Intuitiv rational – So stärkst du dein Bauchgefühl

Intuitiv rational - so stärkst du dein Bauchgefühl: Frau zeigt ihren nackten Bauch.

Ein ganzer Mensch besteht aus Kopf UND Bauch. Lerne Deinem Bauchgefühl zu vertrauen und es klug in deine rationalen Entscheidungen einzubeziehen.

Du triffst jeden Tag ständig Entscheidungen. Manche betreffen nur die Wahl deines Mittagessens, nach Bauchgefühl im wahrsten Sinne des Wortes, andere hingegen verändern statt deiner Figur dein Leben.

„Gutes Entscheiden wird dabei durch ein effizientes Zusammenspiel intuitiver und bewusster Prozesse ermöglicht“, leitet Wissenschaftler Prof. Andreas Glöckner aus seiner Forschung ab.

Das Zusammenspiel von Kopf und Bauch

Gehörst du zu den Menschen, die alles vom Verstand her sortiert haben müssen? Dann liebst du Erklärungen, Zahlen, Daten und Fakten und kannst wenig mit „Gefühlsduseleien“ anfangen. Du wirst Vor- und Nachteile gegeneinander abwägen und es lieben, lange Pro- und Kontralisten zu schreiben.

Oder gehörst du zu denjenigen, die von sich behaupten, dass sich ihr Bauch nie irrt? Dann entscheidest du sicherlich rein emotional, aus deiner momentanen Stimmung heraus und kannst mit analytischen Entscheidungen wenig anfangen. Vermutlich wirst du bei schwierigen Entscheidungen oder wenn du kein klares Bauchgefühl hast, „darüber schlafen“ wollen. Vielleicht sogar mehrmals – bis du ein klares Gefühl bekommen hast.

Bewusste Entscheidungen – ohne Bauchgefühl

Analytisch durchdachte Entscheidungen schreibt man dem Neocortex zu. Er ist ein entwicklungsbiologisch relativ junger und beim Menschen im Gegensatz zum Tierreich relativ stark ausgeprägter Teil der Großhirnrinde. Im Neocortex wird alles gegeneinander abgewogen. Das ist anstrengend, erfordert bewusste Arbeit und läuft nicht besonders schnell ab.

Intuitive Entscheidungen – reines Bauchgefühl

Wenn du auf dein Bauchgefühl vertraust, folgst du deiner Intuition. Du wirst oft nicht genau wissen, warum du dich für oder gegen eine Sache entscheidest.

Doch ein gutes Bauchgefühl kommt nicht von ungefähr. Es ist das Ergebnis der Sammlung aller Informationen, die bereits in dein Gedächtnis eingespeist wurden und unbewusst in dir gespeichert sind.

Reine Bauchgefühle werden dem limbischen System zwischen Großhirn und Hirnstamm zugeschrieben. Es entscheidet blitzschnell, weil unbewusst. Am ehesten kannst du es mit Intuition und Instinkt erklären. Blitzschnelle Reflexe, etwa wenn du in Gefahr schnell reagieren musst, stammen aus diesem Hirnareal, bildlich deinem Bauch.

Intuition ist Intelligenz mit überhöhter Geschwindigkeit.

Italienisches Sprichwort

Bewusste Entscheidungen – in Einklang mit deinem Bauchgefühl

Wenn dein Bauchgefühl im Einklang mit aktuell wahrgenommenen Informationen sowie deinem Selbstwertgefühl ist, kann dein Gehirn rasend schnell alles miteinander kombinieren und automatisch verarbeiten. Das geht meist solange, bist es sich stimmig anfühlt. Dann hast du ein gutes Bauchgefühl und kannst gleichzeitig gut und sachlich argumentieren.

„Wer denken will, muss fühlen!“ – Bas Kast

Der Verstand ohne Gefühle würde uns theoretisch die rationalsten Entscheidungen treffen lassen. Untersuchungen (Antonio Damasio, Neurowissenschaftler) bestätigen jedoch, dass ohne jedes Bauchgefühl nicht nur keine rationalen, sondern gar keine Entscheidungen getroffen werden können. Gefühle sind eine eigene Form der Intelligenz. Sie sind im Unbewussten gespeicherte Erfahrungen.

Ist dein Bauchgefühl mehr wert als dein analytisches Denken?

Ein Bauchgefühl muss sich entwickeln. Denn sonst handelt man rein instinktiv. Dein Bauchgefühl greift, ähnlich wie rational Erklärbares, auf die Summe all deiner Erfahrungen und deines angesammelten Wissens zurück.

Dein Bauchgefühl kann jedoch von Angst geprägt sein, wenn du schlechte Erfahrungen gemacht hast. Fehler können durch das Projizieren des eigenen Gefühls auf andere passieren. Es kann sein, dass ein Nachbar dich äußerlich an einen fiesen Klassenkameraden erinnert. Wenn du nicht aufpasst, wirst du nie bemerken, wie nett und zuvorkommend dein Nachbar ist, weil du immer in Habacht-Stellung ihm gegenüber sein wist.

Was, wenn Kopf und Bauch im Clinch miteinander liegen? Wenn dir dein Bauchgefühl abhanden gekommen ist?

Dein Bauchgefühl kann dir aus den unterschiedlichsten Gründen abhanden kommen. Als Paartherapeutin erlebe ich das beinahe bei allen Menschen, die von ihrem Partner betrogen worden sind.

Vertraust du deinem Bauch?

Das Schlimmste ist, wenn Kopf und Bauch Krieg miteinander bekommen. Der Bauch meldet, irgendetwas stimmt nicht. Dann sagt der Kopf, ok ich frage nach. „Hey, ist was?“ Der Partner sagt: Da ist nichts. Und wir glauben dem Partner dann mehr als unserem eigenen Bauch, unserer eigenen Wahrnehmung.

Dann sagt der Bauch, da ist doch etwas, ich bekomme das doch mit! Doch der Kopf wiegelt ab und sagt dem Bauch, dass er aufhören soll.

Der Bauch, „doch, da ist was“. Der Kopf beharrt, „nein! Einbildung“.

Irgendwann wird der Bauch immer leiser. Aber dann wirst du krank oder ist andauernd übel und du weißt nicht, woher das kommt.

Unser Bauchgefühl möchte nicht unter den Teppich gekehrt werden, verbannt und zum Schweigen verurteilt werden. Was es wahrnimmt, ist wahr für unser Unbewusstes.

Was jedoch geschehen kann, ist eine Falschdeutung durch den Kopf in Bezug auf die Ursachen. Denn dein Bauch kann dir ja nur ein Gefühl, allenfalls eine Ahnung schicken.

Dein Kopf interpretiert das Gefühl.

Ich habe noch ein schönes Beispiel: Stell dir vor, du gehst morgens aus dem Haus. Du steigst in dein Auto und willst zur Arbeit fahren. Nachdem du den Motor angelassen hast, beschleicht dich ein merkwürdiges Gefühl. Irgendetwas fühlt sich anders an als sonst. Du überlegst und vermutest, dass du bestimmt den Herd angelassen hast. Also machst du das Auto wieder aus und gehst nochmal in dein Zuhause zurück. Aber schon auf dem Weg zur Küche siehst du den Brief, der auf der Kommode im Flur liegt, den du eigentlich noch schnell zur Post bringen wolltest. Wohl nicht erwähnenswert, dass der Herd nicht an gewesen ist, oder?

Noch nie hat dein Bauch sich umsonst gemeldet!

Unser  Bauch hat immmer immer recht. Es kann nur sein, dass wir die Ahnung falsch gedeutet haben. Die Ursache des schlechten Gefühls falsch interpretiert haben. Der Kopf bietet dann Hilfskonstrukte an.

Wenn du die Erfahrung gemacht hast, dass dir dein Bauchgefühl von anderen ausgeredet wird, dann achte penibel darauf, was du fühlst. 

Deine Intuition und dein Bauch sollten den Raum bekommen, der ihnen zusteht. Dein Kopf ist nicht wichtiger als deine Vorahnungen.

Du weißt, ich bin Paartherapeutin und werde oft von Menschen kontaktiert, nachdem sie von ihrem Partner betrogen wurden. Nach dem Fremdgehen passiert es oft, dass dein Bauchgefühl mundtot gemacht wurde. Dir wurde eingeredet, dass du dich irrst, dass da nichts ist, dass du Gespenster siehst. 

Zum Betrogenwerden  kommt dann das mangelnde Vertrauen in deine Wahrnehmungen hinzu. Du willst gerne die Worte deines Partners glauben, deshalb bezwingt dein Kopf deinen Bauch. Das ist schlimm, weil du dich damit gleichzeitig von deiner Intuition abschneidest. 

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Bauchgefühl trainieren

Es geht darum, deinen analytisches Denken mit dem intuitiven zu vereinen, deinen bewussten Verstand mit dem Speicher deines Unbewussten anzureichern.

  • Komm zur Ruhe: Stress blockiert, dass du ein gutes Bauchgefühl haben kannst. Deine innere Stimme geht im Geschnatter deiner tausend anderen Gedanken unter. Du kannst meditieren, autogenes Training, Yoga, Atemübungen, einen Spaziergang, heißes Bad oder etwas anderes für dich Stimmiges nutzen. Nichtstun ist wunderbar. Sagte schon Pipi Langstrumpf.
  • Wahrnehmen üben: Was empfindest du gerade jetzt? Wie fühlst du dich? Was denkst du gerade? Wie klingt das? Hör dir selbst zu, werte nicht und bewerte nichts. Auch negative Gedanken sollten ihren Raum haben.
  • Fühle im Alltag immer wieder nach: Was würde dir gerade jetzt guttun? Wenn das Telefon klingelt, rate wer dran sein könnte usw. Höre deinem Partner, deiner Partnerin zu und fühle gleichzeitig nach: Wie fühlen sich die Worte an für dich?
  • Deine Trigger kennenlernen: Beobachte Menschen, egal wo du bist und fühle nach, was sie in dir bewirken. Wen magst du, wen nicht? Wen findest du interessant und wen meidest du innerlich? Gibt es ein Schema?
  • Somatische Marker beobachten: Dein Körper reagiert mit Gefühlen. Deshalb beobachte, was du in bestimmten Situationen fühlst. Sind es gute Gefühle wie Wärme im Bauch oder eine wohlige Gänsehaut? Oder beobachtest du eher ablehnende, negative Gefühle wie Anspannung im Nacken oder das Zusammenziehen deines Magens?
  • Sei nicht streng mit dir: Keine Angst, nicht richtig zu liegen. Darum geht es gar nicht! Dein Bauchgefühl liebt es, Raum zu bekommen, beachtet zu werden. Auch dein bewusster Verstand kann sich irren. Also weg mit Ängsten oder dem Wunsch nach Perfektion.
  • Entscheide immer öfter aus deinem Bauchgefühl heraus: Beginne mit Kleinigkeiten. Du könntest bei der Wahl deiner Kleidung, deines Mittagessens oder deiner Freizeitgestaltung beginnen.

Je öfter du deinem Bauchgefühl Raum gibst, je mehr Zeit du ihm gibst, umso stärker wird sich dein Verstand mit deinem Bauchgefühl verbinden und zusammenarbeiten.

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