Was ist Eifersucht?

Was ist Eifersucht. Frau fleht Mann an, der ungläubig schaut.

Eifersucht ist eine normale und natürliche Reaktion und gehört zur psychischen Grundausstattung eines gesunden Menschen. Aber du musst lernen damit umzugehen.

Eifersucht ist nicht besonders sexy. So sollte mal mein Buch heißen. Das liegt seit beinahe 20 Jahren in der Schublade. Womöglich bleibt es da auch. Wenn es nach mir geht. Andere sehen das anders und drängeln. Warum? Was ist Eifersucht eigentlich? Warum beschäftigt das so viele? Eifersucht bedeutet für viele Betroffene in der Paartherapie, sich ihren Emotionen ausgeliefert zu fühlen. Meist ist die Hoffnung groß, das mit Hypnose in den Griff zu bekommen. Zu recht. Eifersucht ist sowohl therapeutisch als auch in Eigenregie gut zu lindern.

Noch immer gibt es viele Missverständnisse zu dieser Plage von Emotion. Wenn du dich mit den Lebensgeschichten berühmter Künstler beschäftigst, könntest du „normale“ Beziehungsmuster, die den meisten von uns einprogrammiert sind, in Frage stellen. Andererseits gibt es mehr glückliche Paare denn je. Manche sind 45 oder mehr Jahren glücklich verheiratet.

Befragt man diese Paare nach ihrem Geheimnis, spielt Eifersucht keine Rolle. Sie stellen ihre Partnerschaft auf die Basis von Angeboten. Das ist das Gegenteil zu einer Partnerschaft, die von Ansprüchen geprägt ist!

Sie erzählen von

  • unbedingtem Vertrauen
  • Transparenz der Kommunikation
  • Streitkultur (über die Sache reden, die Emotionen schützen)
  • Freiheit für jeden Partner

Mittlerweile sind auch die Thesen von den „Edlen Wilden“, die keine Eifersucht empfinden würden, widerlegt. Eifersucht gilt als Emotion, die durch alle Kulturen zu beobachten ist, schon bei Babys.

Was ist Eifersucht – was fühlst du:

  • deine Gedanken drehen sich im Kreis: tausend Fragen und schlimme Szenarien werden ausgemalt
  • ein unangenehmes und drückendes Gefühl, wobei der Druck sich zunehmend aufbauen kann
  • flau im Magen, wie ein Schlag in die Magengrube
  • ein Gefühl, als ob sich die Eingeweide winden würden
  • Übelkeit
  • Ziehen im Herzen, stechender Schmerz im Brustbereich, gefühltes Herzrasen
  • du bekommst zittrige Finger
  • Wut
  • Unruhe
  • Nervosität
  • Gereiztheit
  • Angst, Ohnmacht und Hilflosigkeit

Eifersucht ist eine völlig berechtigte Emotion. Jeder Mensch kennt das. Sie ist eine normale und natürliche Reaktion und gehört zur psychischen Grundausstattung eines gesunden Menschen. Du bist weder egoistisch oder leidest an einer zu verurteilenden Charakterschwäche, wenn du eifersüchtig bist.

Das soll keinesfalls ein Freifahrtschein sein. Du kannst lernen, mit deiner Eifersucht umzugehen und diese auch zu überwinden. Oft helfen gute Ratschläge – manchmal nur die Hilfe eines professionellen Therapeuten. Zögere nicht, dir helfen zu lassen, bevor deine Eifersucht deine Partnerschaft zerstört!

Wann ist Eifersucht krankhaft?

Nach heute geltenden Kriterien wird Eifersucht als krankhaft eingestuft, wenn folgende Strategien des Eifersüchtigen zu beobachten sind. Es sind übrigens die selben Merkmale wie bei Gaslighting auch:

Scharfe Überwachung

  • du kennst den Tagesplan seines Partners genau und überprüfst diesen auch stichprobenartig
  • Handy wird gecheckt, Standorte müssen gesendet werden
  • Navi im Auto wird kontrolliert
  • Emails werden kontrolliert
  • Gespräche werden belauscht

Kontakteinschränkung

  • Isolieren von Familie und Freunden. Dies kann entweder durch ein offenes Verbot geschehen oder durch mies machen der anderen.
  • Begegnungen mit anderen Menschen erschweren: Handy oder Auto wegnehmen oder limitieren
  • Schminkverbot
  • Kontrolle des Kleidungsstils

Abwertung des Anderen

  • Beschimpfen und bedrohen
  • Selbstwert demontieren
  • Gefühl des Unfähigseins und der Machtlosigkeit erzeugen

Selbst wenn Eifersucht nicht als krankhaft einzustufen ist, wirkt sie doch extrem belastend. Für alle Seiten. Betrachtest du genauer, wie sich Eifersucht anfühlt, kommst du nicht umhin, von einer Mischung anderer Emotionen zu sprechen. Angst, Zorn und Traurigkeit sind beinahe immer da. Manchmal noch Scham.

Was ist Eifersucht denn nun genau? Eine Emotion? Eine Mischung aus anderen Emotionen?

Was ist Eifersucht: ein Gefühl oder eine Emotion?

Wie sich Eifersucht anfühlt, weiß wohl jeder. Eifersucht ist ein schreckliches Gefühl. Aber was ist Eifersucht? Laut den Psychologen Lelord und André ist Eifersucht eine Mischung aus 3 der folgenden 4 Emotionen.

1. Zorn:

Der eigene Status ist bedroht, Frustration führt zu Zorn. Jemand hält sich nicht an deine Regeln! Damit verbundene Gedanken gehen in Richtung Rache oder Abwertung. Du bist oft nicht nur über den Partner oder den Eindringling zornig, sondern auch über dich selbst.

2. Angst:

Hier steht die Furcht vor dem Verlust des Partners im Vordergrund. Die Gedanken drehen sich um den Kontrollverlust und den möglichen Folgen des Verlassen werdens. Du weißt nicht, was im Ernstfall passiert, weiß nicht, was du tun sollst und malst dir alles Mögliche aus. Das, was möglicherweise auf dich zukommen könnte, verängstigt dich und du hast keine Ahnung, wie du die Situation abwenden könntest.

3. Traurigkeit:

Eifersucht wird als Attacke auf die Selbstachtung empfunden. Du fühlst dich verlassen und unloyal behandelt. Oft schwingt auch eine Portion Hilflosigkeit in die Traurigkeit herein. Du hast keine Ahnung, was du tun kannst, um die Partnerschaft zu retten – willst dies aber.

4. Scham:

Du schämt dich, weil du eifersüchtig bist. Du fühlst dich als Verlierer, und auch darüber schämst du dich. Es wird oft so beschrieben, als ob du selbst etwas gemacht hättest, was du nicht gut findest, als ob du gegen Regeln verstoßen hättest.

Eifersucht gibt es überall

Früher ging man davon aus, dass Eifersucht kulturhistorisch eine junge Emotion ist und untermauerte die These von Margaret Head, dass es in anderen Kulturen keine Eifersucht gäbe. Sexuelle Eifersucht wäre nur in westlichen Kulturen zu beobachten. Dies ist heutzutage hinreichend widerlegt. Eifersucht gibt es auf der ganzen Welt.

Angeborene Tendenzen lassen uns Eifersucht fühlen. Doch was ist Eifersucht ohne unser Denken oder Tun? Auch unsere Erziehung, das Vorbild unserer Eltern und unsere eigene Liebesbiographie sowie unsere Werte spielen eine Rolle bei der Entstehung und Intensität der gefühlten Eifersucht.

Eifersucht muss sich nicht nur aufs Fremdgehen beschränken. Denn es gibt eine ganze Reihe von anderen Eifersüchten:

  • Lebensneid
  • emotionale Eifersucht
  • Eifersucht auf Freundschaften
  • rückwirkende Eifersucht
  • vergleichende Eifersucht
  • Eifersucht, die eher in Richtung Neid tendiert
  • missgünstige Eifersucht
  • Rivalität

Wer wird eifersüchtig?

In meiner Praxis für Paartherapie werde ich sehr oft gefragt, ob es normal ist, eifersüchtig zu sein.

Ja, schon!

Aber nur in milden Maßen. Kommen eine instabile Persönlichkeit und Selbstwertprobleme hinzu, kann Eifersucht in Richtung Angst und Panik schwingen. Auch emotionale Abhängigkeiten verschlimmern Eifersucht. Hat ein Paar eine Disbalance zwischen den Nähe- und Distanz-Polen, verstärkt das auch eine Tendenz zur Eifersucht.

Menschen, die ihr Selbstbild und ihren Selbstwert durch die Meinung anderer bilden, die ihrer eigene Werte nicht sauber reflektieren, fühlen sich stärker und eher zurückgesetzt als andere. Sich über andere zu definieren, verstärkt Eifersucht. Die Neigung zu Teufelskreisen im Kopf sowie schlechte Vorerfahrungen verstärken die Intensität des Gefühls.

Gibt es Persönlichkeitstypen, die eifersüchtiger sind als andere? Wie oben beschrieben gibt es Aspekte der Persönlichkeit, die dieses Gefühl zumindest intensivieren.

Liest man aktuelle Studien der Eifersuchtsforschung, wird es schwierig. Die Thesen widersprechen sich!

Das hat damit zu tun, dass Eifersucht eine komplexe Emotion ist, welche gemeinsam mit anderen Emotionen einhergeht. Auch ist Eifersucht nicht nur von der Person abhängig, sondern auch von Merkmalen des Partners und der Ausgewogenheit der Beziehung. Unterschiedliche Attraktivität, verschiedener sozialer Status oder auch ein großer Altersunterschied spielen ebenso eine Rolle. Die persönliche Biografie und Erlebnisse der Kindheit hinterlassen oft traumatische Spuren, die das Urvertrauen zerstören können.

Unabhängig davon, ob es einen realen Rivalen oder eine Rivalin gibt, hängt Eifersucht auch von der emotionalen Abhängigkeit zum Partner ab, von Zukunftshoffnungen und einseitigem Engagement für die Beziehung.

4 gute Tipps zum Umgang mit Eifersucht

1. Gib zu, dass du eifersüchtig bist

Hör auf, dich für deine Eifersucht zu schämen. Dir selbst etwas vorzumachen, verschlimmert es nur. Deinen Partner kannst du diesbezüglich sowieso nicht täuschen. Wenn du dir deine Eifersucht selbst eingestehst, ist es viel leichter, sie zu überwinden.

2. Rede über deine Eifersucht mit deinem Partner

Rede mit deinem Partner darüber, was du empfindest. Denn nur wenn er oder sie weiß, was in dir schlechte Gefühle auslöst, kann er sein Verhalten ändern. Tut er oder sie das allerdings nicht oder verspottet dich gar, sagt das viel über die Qualität der Beziehung aus.

3. Überprüfe deine Anschuldigungen

Kann dein Partner nicht „Nein“ sagen“ oder flirtet all zu gerne? Wirst du bewusst eifersüchtig gemacht?

Oder hast du früher schlechte Erfahrungen mit dem Thema Treue gemacht? Bist du traumatisiert? Fühlst du dich nicht attraktiv oder interessant genug und hast insgeheim den Glaubenssatz, dass du früher oder später verlassen wirst?

Oft hat Eifersucht weniger mit der Beziehung im Hier und Jetzt zu tun, als wir glauben wollen.

4. Mache es dem Anderen nicht eng

Je mehr du kontrollierst, hinterfragst und deinem Partner jede erdenkliche Chance zum Fremdgehen schwer machst, umso mehr treibst du deinen Partner von dir weg. Ein argwöhnischer Partner ist nicht begehrenswert. Bleib gelassen und hole dir gegebenenfalls therapeutische Hilfe.

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