Geheime Verträge der Liebe

Bei manchen Paaren entsteht der Eindruck, dass eine versteckte Software immer wieder dieselben unerwünschten Resultate generiert. Dies hat damit zu tun, dass geheime Verträge der Liebe miteinander geschlossen worden sind.

geheime Verträge der Liebe sind den Beteiligten unklar

Beispielsweise verspricht der Mann in der Verliebtheitsphase, ihr die Welt zu zeigen und vor die Füße zu legen. Sie wiederum liebt ihn für dieses Aussicht. Oder für die vermeintliche Sicherheit, die sie daraus für sich ableitet. Seine Worte könnten auch Balsam für eine mögliche große Angst ihrerseits sein: nichts zu erreichen uns nichts von der Welt gesehen zu haben.

Ihrerseits erwidert sie sein Versprechen mit der Zusicherung, immer für ihn da zu sein und loyal zu ihm zu stehen. Dies wiederum passt bestens mit seiner Angst vor dem Alleinsein zusammen.
Um diese Versprechen zu manifestieren, entstehen seelische Zusicherungen, die in den seltensten Fällen bewusst getroffen wurden.

Dennoch wirken sie im Geheimen so verbindlich wie ungeschriebene Verträge. Dies seelischen Zusicherungen sind wie eine Art Deal zu sehen. Passen wir zusammen? Was ist mit Dir möglich? Das wird subtil in der Phase des Verliebtseins aus gecheckt. Und da man dem anderen in dieser Phase  gefallen will, hat so mancher Pfau sein Rad mit Federn geschmückt, die er hinterher nicht mehr zeigen konnte oder wollte.

In diesen Verträgen werden Aufgabenteilungen, Rollenzuweisungen und Zuständigkeiten geregelt. Auch das Gleichgewicht zwischen Fürsorglichkeit und Autonomie wird darin austariert.
Im Grunde geht es bei diesen „Verträgen“ um Hoffnungen, nicht eingestandenen Wünschen, aber auch um zu schützende Verletzungen, Identitätsprobleme und Erwartungen an den Anderen.

Nutzen geheimer Verträge:

Zu Beginn einer Beziehung ist das sehr reizvoll. Man fühlt, dass alte Probleme und Nöte nun endlich heilen. In vielen Partnerschaften gab es zu Beginn der Beziehung eine Art „Eingangsversprechen“.
Diese „Eingangsversprechen“ werden häufig zu Kernbestandteilen geheimer Verträge. In weiteren stützenden Erwartungen werden sie untermauert.

Problem geheimer Verträge:

Leider ist genau das auf Dauer die Fahrt ins Verhängnis. Ein anderer kann nicht dauerhaft meine Lebensthemen abarbeiten!
Diese Verträge werden in der Verliebtheitsphase projektiv geschlossen. Es ist so, als ob man damit besiegelt, dass man gibt, was man will oder kann und bekommt, was man braucht. So bleibt wie man ist. Niemand muss sich verändern, auseinandersetzen oder entwickeln.

Geheime Verträge werden nicht an neue Umstände angepasst:

Anders als konkreten Verträge werden diese unbewussten Verträge nicht überarbeitet und angepasst. Die „Beziehungs- Eingangsversprechen“ werden unangetastet weiter erwartet und nicht an veränderte Lebensphasen angepasst.
Geheime Verträge der Liebe sind unbewusst, deswegen reicht es kaum, sich nur mental darum zu bemühen. Sie werden uns eigentlich nur in der Wirkung bewusst: wir fühlen uns verletzt oder verletzen selbst.

Warum soll das bitteschön nicht gut sein?!

Geheime Verträge sind wie Landminen.

Liebt man einen Menschen nur deshalb, weil man sich durch ihn selbst bewegen muss, ist das eine labile Verbindung. Das hat nichts mit erwarteter, ersehnter Nähe zu einem Menschen zu tun, der uns genauso liebt wie wir sind! Auch ist das gegenseitige Schützen von seelischen Nöten super gut! Aber nicht der Deal, durch den anderen die Eigenverantwortung abzugeben.

Panta rhei, alles fließt, alles verändert sich. Vor allem Menschen! Gerade in Beziehungen wird dies deutlich, weil oft kleine Details die alte Vertrautheit empfindlich ins Wanken bringen können.

Die Landminen der geheimen Verträge explodieren, sobald einer der Partner sich verändert, anders denkt oder sich in irgendeiner Weise anders verhält als erwartet.

Geheimen Verträge der Liebe können sich ungut verwachsen.
So erwartet oben genannter Mann später nicht nur ihre Loyalität und ihr „für ihn da sein“. Sondern er erträgt es nicht, wenn sie eine andere Meinung hat oder irgendetwas Eigenes tun möchte. Statt ihr die Welt vor die Füße zu legen, versucht er, sie in seine Welt zu verbannen.

Es ist kein Angebot mehr von ihm, sondern ein „Muss“.

Sie wiederum spürt statt des Schutzes und der Sicherheit nur noch Zwang und Einengung. Er wiederum leidet sehr, weil sie sich ihm scheinbar widersetzt, für ihn nicht „verfügbar“ erscheint, sondern um die Reste ihrer psychischen Autonomie kämpft.

Landminen im Unterbewusstsein

Mit andere Worten gesagt: Unsichtbare, hochexplosive Stolperfallen sorgen für Krisen. Da sie uns unbewusst sind, werden sie unerwartet aktiv. Sie schleudern uns aus unseren Komfortzonen. Dadurch fühlen wir uns verraten, nicht beachtet, illoyal behandelt und gezwungen, uns mit den „neuen“ Begebenheiten zu arrangieren.

Viele Beziehungen scheitern an dieser Stelle, weil es an Verständnis für diese Prozesse fehlt. Ohne Paartherapie fast nicht zu bewältigen.

Paartherapie mit Hypnose setzt hier auf De-Hypnose. Es geht darum, Licht ins Dunkel des Archivs zu bringen!

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