Trennung vorbereiten

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Was erwarten uns nach einer Trennung? Kann man eine Trennung vorbereiten? Eine Trennung kann und sollte man vorbereiten!

Transparenz, Ehrlichkeit und Fairness sind wohl die wichtigsten Schlagworte. Wie schwer gerade das ist weiß jeder, der schon mal eine Trennung erleben musste. Auch wenn sie fair und ehrlich stattfindet, ist jede Trennung dennoch beinahe immer ein hochdramatisches Ereignis. Ausgerechnet hierbei sollte man einen einigermaßekühlen Kopf behalten.

Welche Fragen helfen weiter, um sich klarer zu werden, ob man eine Trennung vorbereiten sollte?

Im Wesentlichen gibt es fünf gute Fragen, die eine Trennung klarer beleuchten:

  1. Wovon will ich mich unbedingt trennen?
  2. Was nehme ich aus der Beziehung seelisch betrachtet mit?
  3. Wovon kann ich nur schwer Abschied nehmen?
  4. Was war am Ende meiner Tage wirklich wichtig, konnte ich das mit diesem Partner in optimaler Weise leben
  5. Wenn ich einem höheren Selbst auf einer anderen Ebene verpflichtet wäre, was müsste ich dann tun?
  6. Es gibt jedoch mehrere pragmatische Ebenen, die beim Trennung vorbereiten durchdacht werden sollten.

    finanzielle / organisatorische Ebene

    Hier kann und muss man sich einen Überblick verschaffen!
    Bei praktischen Überlegungen, wie man nach einer Trennung da steht, wie es finanziell weitergeht und wie die materiellen Dinge geregelt werden ist es hilfreich, einen Experten zu befragen. Ein Rechtsanwalt kann Klarheit und Sicherheit vermitteln, in welche Richtung das Ganze laufen wird. Aus diesem Überblick heraus verschwinden viele Ängste und vermutete Abhängigkeiten. Oder ein Handlungsbedarf ist klar ersichtlich, wie z.B. die Arbeitszeit zu erhöhen. Trennung vorbereiten heißt auch, sich selbst zu bewegen.
    Manchmal ist es auch nötig, gewisse Dinge vorab zu kopieren oder in Erfahrung zu bringen.

    zwischenmenschliche Ebene

    Nicht gerade beim ersten Zweifel an der Liebe, jedoch bei echten Problemen ist es wichtig, dem Partner gegenüber offen zu sein. Das bedeutet, ehrlich darüber zu sprechen, dass die Partnerschaft gerade dabei ist, sich in eine subjektiv unschöne Richtung zu entwickeln.

    Im Gespräch kann Klarheit gefunden werden. Dadurch kann es möglich werden, sich wieder auf die gemeinsamen Lebensziele zu fokussieren. Das, was beiden Partnern ursprünglich wichtig war, ist es häufig immer noch. Es ist meistens nur etwas in den Hintergrund gerutscht. Frühzeitig angesprochen kann oftmals ein gemeinsamer Kurs definiert werden. So kann das Ruder vielleicht noch herumgerissen werden, sodass manch angedachte Trennung nicht zur ausgeführten Trennung werden muss. Meistens jedoch ist die Freude am Anderen verschwunden. Diese Gespräche helfen dann eher, Vergangenes zu bearbeiten.

    Oftmals reicht der Schock, eine Trennung in den Raum zu stellen, um an sich und der Beziehung zu arbeiten. Selbstverständlich darf man jedoch den anderen nicht mit Trennung bedrohen, wenn die Drohung der Trennung nur ein Weckruf sein soll. Spielchen fallen einem immer auf die eigenen Füße.

    individuelle Ebene

    Oftmals jedoch staut sich soviel unausgesprochene Wut, Enttäuschung und Unzufriedenheit auf, dass der Berg viel zu hoch erscheint und eine Trennung als scheinbar einziger Ausweg gesehen wird. Bestimmte Gesprächstechniken wie z.B. das Zwiegespräch helfen hier weiter, um systematisch die Dinge sichtbar werden zu lassen in guter und konstruktiver Weise. Trennung ist oft weder die einzige noch die beste Lösung.

  7. Trennung, wenn keine Aussicht auf Verbesserung erfolgt

    Wenn jedoch dieselben Dinge immer wieder angesprochen werden und keine Änderung erfolgt, bleibt man dabei selbst auf der Strecke. Dann ist eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Thema Trennen oder Bleiben unumgänglich. Manchmal gibt es keine bessere Alternative, als zu gehen! Im Leben kommt man nicht immer darum herum, jemandem weh zu tun. Das ist zwar bedauerlich, jedoch sollte man nicht aus Mitleid oder Feigheit in einer falschen und beeinträchtigenden Beziehung verharren. Das wird auch dem Partner nicht gerecht.

    Trennung vor sich herschieben aus Angst und Schuldgefühlen

    Ganz schön irritieren können Übertreibungen oder falsche Überzeugungen der Partners. Hört man immer wieder: “du hast mein Leben zerstört”, oder “ohne dich werde ich nie wieder glücklich” und dergleichen, lässt sich emotionale Abhängigkeit vermuten.

    Gerade solche Sätze zeigen falsche seelische Unfreiheiten auf. Wenn eine Beziehung sich nicht in konstruktive Bahnen lenken lässt, sondern destruktiv die persönliche Entwicklung beeinträchtigt, ist es für alle Beteiligten langfristig besser, eine Trennung herbeizuführen.

    Trennungsschmerz ist ein vorübergehender Schmerz. Er ist nicht gleich zu setzen mit den seelischen Qualen des subtilen Abmontierend oder dem Gefühl, irgendwie falsch zu sein. Häufig wird sich auch aus Mitleid nicht getrennt. Auch das ist schlimmer als eine Trennung! Für beide. Man sollte auch dem Partner die Chance nicht verwehren, jemanden zu finden, der ihn mehr lieb hat als man selbst.

    Wie kann man ein Trennungsgespräch führen?

    Es gibt kein gutes Trennungsgespräch. Es ist unvermeidbar, dem Anderen dabei weh zu tun. Man kann sich jedoch um den größtmöglichen Respekt dabei bemühen, indem man von sich selbst, den eigenen Befindlichkeiten spricht und dabei den anderen nicht angreift oder heruntermacht. Also typische „Ich-Botschaften“ kommuniziert.

     

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