Wenn Trigger, innere Kinder und die Vergangenheit miteinander streiten

Wieso streiten wir bloß immer wieder mit unseren Liebsten? Dabei wissen wir hinterher oft gar nicht mehr so richtig, worum es eigentlich ging. Die Überschrift dieses Artikels deutet schon an, worum es geht: Trigger, innere Kinder und die Vergangenheit streiten miteinander. Das ist in der Paartherapie gar kein seltenes Phänomen. Häufig entsteht Streit, der kaum etwas mit dem eigentlichen Thema zu tun hat. Dieser Streit hat mit unserer Wahrnehmung zu tun, die durch unsere, zum Teil frühkindlichen Erfahrungen und Erinnerungen begründet sein können.

Schwerwiegende Probleme wie Untreue oder fehlendes Vertrauen nach dem Seitensprung, Eifersucht, Bindungsängste oder eine drohende Trennung müssen gar nicht vorhanden sein, trotz größter Liebe können Nichtigkeiten Streit entfachen.

Häufig nehmen wir Bemerkungen schmerzhafter wahr, als sie gemeint sind. Wir halten uns dann nicht mit allen Sinnen im Hier und Jetzt auf. Etwas Schmerzhaftes aus der Vergangenheit bewirkt diese emotionale Verzerrung in der Gegenwart. Dabei spielen Trigger eine große Rolle.

Warum können Trigger Streit auslösen?

Ein Tonfall, ein Geräusch, aber auch ein Blick, Geruch, eine bestimmte Art der Berührung oder einfach nur eine bestimmte Stimmung können der Auslöser sein, um alte Verletzungen ins Spiel zu bringen. Dies läuft automatisch unbewusst im limbischen System ab, nur schlechte und verletzte Gefühle sind zu bemerken.

Diese Gefühle können sehr stark sein!

Vera Matt

Streiten Sie nicht bis zur Trennung!

Krisen, Streit und Liebeskummer gehen selten von alleine weg. Stattdessen werden Ihre Verletzungen immer tiefer bis eine Trennung kaum mehr zu vermeiden ist. Ein Beratungsgespräch kann Ihnen Ihre Muster zeigen und Teufelskreise durchbrechen.

Oftmals fühlen wir jedoch auch bewusst Gefühle aus unserer Kindheit. Wir hatten damals starke Emotionen wie Angst, Wut oder Hilflosigkeit, die von unseren Eltern nicht bemerkt wurden. Wir fühlten uns allein gelassen, ungeliebt in diesen Momenten und nicht wahrgenommen. Manchmal wurden wir zudem noch von unseren Eltern bestraft. Man konnte keinen Einfluss nehmen auf die Eltern oder die Erfüllung unserer Gefühle. Dadurch wurden die Gefühle immer stärker. Die Bezugspersonen konnten nicht gut darauf reagieren und machten innerlich zu: Sie mauerten, statt auf die Bedürfnisse der Kinder einzugehen. Deshalb wurde im limbischen System gespeichert, dass alles bedrohlich ist, was mit Angst, Trauer, Ärger oder Wut zu tun hat. Denn das wurde früh getriggert.

Wenn Trigger, innere Kinder und die Vergangenheit miteinander streiten

Als Erwachsener in einer Situation, die ähnliche Gefühle hervorruft, kann es sein, dass innere, hilflose Kinder gesehen und geheilt werden wollen. Das fühlt sich unangenehm an und wir würden am liebsten wegrennen.

Deshalb brechen diese Gefühle auch bei Erwachsenen hin und wieder an die Oberfläche durch. Sie sind wie Klingelleitungen. Unser Partner drückt bloß auf unsere Knöpfe.

Wenn unser Partner z.B. die Augen verdreht oder uns mit einem bestimmten Blick anschaut, kann es sein, dass uns das sehr schnell auf die Palme bringt. Dann wurde wohl ein Trigger erwischt.

Woran können Sie erkennen, dass Trigger aus der Vergangenheit aktiv sind:

  • Sofort alles als Streit empfinden
  • Schnell in eine Verteidigungshaltung fallen
  • Im Streit treten heftige Gefühle auf, die mit der aktuellen Situation nichts zu tun haben
  • Es gibt Emotionen, die in der Kindheit von den Eltern nicht gut begleitet wurden
  • Streit fühlt sich im Hier und Jetzt katastrophal und existenzbedrohend an
  • Wenn bestimmte Bemerkungen oder Gesten bei Ihnen Verunsicherungen hervorrufen

Was tun, wenn Trigger aktiv sind?

Im Grunde geht es darum, die eigenen Trigger zu erkennen, um sie dann aussprechen und sich selbst beruhigen zu können. Das ist oft weit schwieriger als man denkt und in schweren Fällen ohne Hilfe beinahe unmöglich, weil Stress-Kreisläufe entstehen und unsere ältesten Hirnareale das Handeln auf Kämpfen-Fliehen-Totstellen reduzieren.

Bemerken Sie, dass Ihr Partner so reagiert, können Sie einen Schritt zurücktreten und sagen, was Sie einerseits beobachten, und andererseits beabsichtigten.

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