Beziehungsstress – nein danke!

Beziehungsstress: Paar schaut angespannt

Beziehungsstress ist wie ein Filter. Er macht dich nicht nur krank, sondern auch deine Partnerschaft kaputt. Sogar Dinge, über die du früher liebevoll gegrinst hast, gehen dir auf die Nerven!

Wenn du in einer längeren Beziehung lebst, wünscht du dir bestimmt die verspielte Unbeschwertheit, das sexy Lebensgefühl und die tiefe Verbundenheit der Anfänge zurück. Doch was bekommst du stattdessen? Beziehungsstress.

Dabei ist es ziemlich leicht, diesen Stress nicht nur zu vermeiden, sondern ihn gar nicht erst ins Haus zu lassen. Bevor ich dir die Lösungen zeige, lies dir bitte erstmal die Ursachen durch. 🙂

Stress in deiner Partnerschaft kann dich krank machen

Weder deine noch meine Partnerschaft wird immer liebevoll und harmonisch verlaufen, Konflikte und Streitereien sind völlig normal. Sie bringen euch vorwärts, klären Konflikte und lassen euch näher zusammenwachsen. Doch Konflikte sind zweischneidige Schwerter!

Wenn es gemeinsame Probleme betrifft, die auch gemeinsam gelöst werden sollen, geht das selten ohne ein kleines bisschen Reiberei. Wenn das nicht der Fall ist, sondern Nörgeleien oder Herabwürdigungen stattfinden und die Beziehung nervtötend und belastend wird, dann macht der Beziehungsstress krank. Beziehungen können so krank machen, dass sie sogar unser Leben verkürzen. Wie eng unsere Gesundheit mit unserem Wohlgefühl zusammenhängt, kannst du ganz leicht daran erkennen, wenn du schon einmal nach einem Streit mit deinem Liebsten Bauchschmerzen hattest.

Wie äußert sich Beziehungsstress überhaupt?

Die Reaktion auf Beziehungsstress ist von Mensch zu Mensch verschieden. Stress wird subjektiv empfunden. Nicht jeder reagiert auf dieselbe Ursache gleich. Auch kann das je nach deiner Tagesverfassung verschieden sein. Stress und eine gute Reaktion und Umgang mit Stress waren früher lebenswichtig. Durch den Stress waren wir besonders wach, aufmerksam und haben unser Umfeld (und den Säbelzahntiger 😉) gut im Auge gehabt. Doch in der heutigen Zeit stressen uns viele Auslöser, die nicht mehr überlebenswichtig wären. Deshalb genügen oft Kleinigkeiten, um uns unnötig auf die Palme zu bringen.

Wenn ihr Stress in eurer Beziehung habt, seid ihr traurig, wütend oder verzweifelt. Eure Gedanken werden kreisen und ihr werdet nicht freundlich über euren Partner und die Situation denken. Vielleicht fühlt ihr euch depressiv oder ausgebrannt. Ihr fühlt euch hilflos, habt Wut oder Angst im Bauch. Hier ist schon die Brücke zu den körperlichen Symptomen. Die Wut im Bauch wird sich durch Probleme im Bauchbereich verdeutlichen.

  • Magen- und Verdauungsprobleme
  • Abgeschlagenheit
  • Sexuelle Probleme
  • Rückenschmerzen
  • Nackenschmerzen
  • Spannungskopfschmerz
  • Blutdruckprobleme
  • Schlafstörungen
  • Neigung zu Suchterkrankungen
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Abnahme der Merkfähigkeit
  • Lustlosigkeit
  • Blässe
  • kalte Hände
  • Zittern oder motorische Unruhe

Häufig wirst du zwar sehr deutlich wahrnehmen, dass du unter Stress in deiner Beziehung leidest, doch die körperlichen Symptome werden selten in Zusammenhang mit Beziehungsstress gebracht.

Beziehungsstress in der Wissenschaft

Bist du jemand, der gerne Studien liest? Dann habe ich hier etwas für dich:

Die häufigsten Ursachen von Stress in der Partnerschaft

Die Ursachen für Beziehungsstress sind vielfältig. Man könnte meinen, eine Partnerschaft wäre ein filigranes und labiles Gebilde. Konflikte und Stress in deiner Partnerschaft entstehen häufig durch enttäuschte Erwartungen an den anderen. Diese Erwartungen sind meist nie ausgesprochen worden, sondern wurden als gegeben vorausgesetzt. Das kann auch damit zu tun haben, dass wir uns zu Beginn der Partnerschaft im besten Licht gezeigt haben und dem Anderen gefallen wollten.

Beziehungsstress und Stress generell aktivieren deinen gesamten Organismus. Dadurch bist du in der Lage, sehr schnell auf Autopilot umzuschalten und instinktiv reagieren zu können. Das war für unsere Vorfahren vor Zehntausenden von Jahren einmal überlebensnotwendig.

Auswirkung von Alltagsstress auf deine Beziehung

Durch Stress neigst du dazu, entweder zu kämpfen, zu fliehen oder dich totzustellen – das alles natürlich in moderner Abwandlung. Doch dein Partner, deine Partnerin ist nicht dein Feind oder ein Raubtier, das dich fressen will. Stress wird im wesentlichen durch 3 typische Auslöser verursacht:

  • Stress durch physische Belastungen: Schwere körperliche Arbeit ist nicht nur anstrengend, sondern verursacht Stress. Auch lange Autofahrten, Lärm, Hitze oder Kälte sind für Stress verantwortlich. Dass jedoch auch ein übervoller Magen oder Bewegungsmangel Stress verursachen können, ist eher unbekannt. Auch Schichtdienst verursacht enormen Stress wegen der Störung der inneren biologischen Uhr ebenso wie jede Reizüberflutung.
  • Psychische Belastungen verursachen starken Stress: Diesen Stress kennen die meisten: Misserfolge, Stress durch Ärger in der Familie oder Kollegen. Dass Konkurrenzkämpfe Stress verursachen oder Termindruck, hat auch fast jeder schon einmal erlebt.
  • Weniger bekannt: Negative Gedanken verursachen auch Stress! Wenn man allen alles recht machen will, entsteht enormer Stress. Ebenso wenn man das Schlimmste befürchtet oder sich als Versager fühlt. Dadurch entsteht nicht nur Stress, sondern auch Streit und Beziehungsprobleme.

Doch neben dem alltäglichen Stress, dem wir alle ausgesetzt sind, gibt es in jeder Partnerschaft Reiz-Themen. Sind diese nicht bewusst und gut kommuniziert, kann durch sie Beziehungsstress entstehen.

Stress in der Beziehung durch Kommunikationsprobleme

Es erstaunt dich wohl kaum, dass die meisten Krisen und Streits in Partnerschaften aufgrund von Kommunikationsproblemen entstehen.

  • Sagst du, was du wirklich meinst?
  • Drückst du dich präzise aus und prüfst, ob dein Partner, deine Partnerin dich richtig verstanden hat?
  • Wie gut hörst du zu?
  • Fragst du nach, wenn sich etwas komisch für dich anfühlt?
  • Wie interessiert hörst du zu, folgst den Worten deines Partners? Oder hast du das Gefühl, vollgelabert zu werden?
  • Triffst du den richtigen Ton?
  • Weißt du, was dein Partner wirklich meint?
  • Welche Themen haben sich bei dir angestaut?
  • Hast du das Gefühl, dass sich durch Reden etwas verbessert?

Beziehungsstress durch Sex

Neben der Kommunikation ist auch das Thema Sexualität Ursache für Lust und Frust gleichermaßen. Über Sexualität zu reden bedeutet für viele, eine Hemmschwelle überspringen zu müssen. Schnell fühlt man sich mit einer Erwartungshaltung konfrontiert. Dein Partner oder deine Partnerin möchte mehr, weniger oder eine andere Form der Sexualität als du. Statt ein erfüllteres Sexleben zu haben, kommt es zum Streit. Niemand möchte sexuellen Erwartungen genügen. Das törnt ab. Manchmal derart, dass es regelrechte Sex-Blockaden gibt.

Beziehungsstress durch Kontrollverlust

Gehörst du zu den Menschen, die gerne die Zügel selbst in der Hand haben? Dann kennst du bestimmt ein paar Situationen in deiner Partnerschaft, in denen du von den Entscheidungen deines Partners abhängig gewesen bist. Kontrollverlust umfasst mehrere Bereiche. Stell dir vor, du wirst arbeitslos und bist wirtschaftlich abhängig. Oder dein Partner möchte sich trennen. Es kann auch sein, dass du bislang ein emotional unabhängiger Mensch gewesen bist und dich plötzlich unglaublich verliebst. Dann macht dir einerseits jeder noch so kleine Rückzug deines geliebten Menschen Stress, andererseits aber auch deine schwindende emotionale Unabhängigkeit. Doch auch Veränderungen der Lebensumstände, wie ein großer Umzug, können dir das Gefühl des Kontrollverlustes vermitteln. Sogar Handwerker im Haus schaffen es mitunter. 😎

Kontrollverlust, egal aus welchen Gründen, verursacht den meisten Menschen Stress.

Beziehungsstress durch Eifersucht

Eifersucht nagt an deinen Eingeweiden, du weißt nicht, was dein Partner gerade tut. Du hast nur ein schlechtes Gefühl und schlimme Befürchtungen. Jetzt bieten sich dir mehrere Möglichkeiten, damit umzugehen. Du mimst die Coole, drehst den Spieß um, spionierst hinterher oder entwickelst raffinierte Fragetechniken. Nichts davon bringt Ruhe und Gelassenheit in deine Beziehung.

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Beziehungsstress durch Fremdgehen

Fremdgehen ist die Königsdisziplin, um Beziehungsstress zu erzeugen. Kaum etwas kann eine Partnerschaft derart belasten.

Warnzeichen, dass du oder dein Partner unter Beziehungsstress leiden

Beziehungsstress kannst du am besten vermeiden, wenn du einerseits vorbeugst, andererseits die Warnsignale sowohl bei dir als auch bei deinem Partner frühzeitig erkennst. Bei dir selbst kannst du sehr einfach feststellen, ob du glücklich oder gestresst bist.

Woran kannst du erkennen, dass dein Partner gerade Beziehungsstress hat? Achte auf Veränderungen. Redet er oder sie weniger oder mehr als sonst? Werden Überforderung, Hilflosigkeit, Kraftlosigkeit oder Ausweglosigkeit angesprochen? Zieht sich dein Partner zurück, macht er die Dinge mit sich selbst aus?

  • Häufen sich Vorwürfe?
  • Ändert sich der Tonfall?
  • Wirkt dein Partner vermehrt ungeduldig, gereizt oder angespannt?
  • Findest du deinen Partner, deine Partnerin überempfindlich, nervös oder gar agressiv?
  • Beobachtest du körperliche Symptome (obige Liste)?

Hat meine Partnerschaft eine Chance bei zu viel Knatsch, Streit und Stress?

Beziehungsstress: Tipps zur Bewältigung

Tipps gegen Stress in deiner Partnerschaft gibt es viele. Den wichtigsten davon verrät dir kaum jemand: vorbeugen!

Vorbeugen kannst du, indem du dir z.B. diese 5 Tipps holst und die E-Mails dazu (kostenlos).

5 Tipps für eine erfülltere Beziehung, die du heute noch umsetzen kannst

kostenloses PDF

Mach jetzt das Richtige, ohne zu murren und knurren, meckern bei der besten Freundin ausheulen oder „du-wir-müssen-reden“.

Hier habe ich dir eine Liste mit den gängigsten Tipps erstellt.

  • Erkenne Warnsignale
  • Reagiere zeitnah, wenn sich etwas komisch anfühlt. Das bedeutet: Pflegt eure Kommunikation.
  • Geht Streit oder Konflikten nicht aus dem Weg, sondern lernt, euch konstruktiv miteinander auseinanderzusetzen.
  • Anknüpfend an die beiden vorherigen Tipps: Sprecht euch aus!
  • Schau nicht nur deinem Partner, sondern auch dir selbst genauer auf die Finger.
  • Beschäftige dich mit Konfliktmanagement.
  • Kuschelt mehr. Dadurch wird das Hormon Oxitocin ausgeschüttet, auch bekannt als Bindungshormon. Es baut Stress ab. Angeblich soll sogar ein Oxitocin-Nasenspray helfen, Beziehungsstress zu lindern.
  • Lerne, Stress abzubauen: Sport, Meditation, öfter mit Freunden treffen, was immer dir gut tut!
  • Macht regelmäßig etwas gemeinsam. Damit meine ich nicht Hausarbeit oder Fernsehen!
  • Erinnert auch an gemeinsame schöne Erlebnisse.
  • Macht euch Geschenke, Komplimente und seid großzügig mit Lob und Anerkennung.

Langfristige Strategie gegen Beziehungsstress

Wenn du Kopfschmerzen hast, kannst du entweder eine Aspirin nehmen oder du machst dich auf die Suche nach der tieferliegenden Ursache, anstatt nur den Schmerz als Symptom zu bekämpfen.

Eine langfristige Strategie gegen Beziehungsstress ist einerseits ursachenorientiert und somit individuell auf die Ursachen abgestimmt. Andererseits empfehle ich dir, immer wieder den Blick liebevoll auf die Stärken eurer Partnerschaft zu lenken. Gehe davon aus, dass du deinen Partner nicht in und auswendig kennst, nicht weißt, was er oder sie gerade sagen will und nicht mal sicher sein kannst, ob du – wenn du ihn oder sie ausreden lassen hast – richtig verstanden hast! Frage nach – geh davon aus, dass alles liebevoll und gütig gemeint war, auch wenn das manchmal nicht leicht fallen mag. Oder anders gesagt: arbeite mit der Unschuldsvermutung deinem Partner gegenüber. Frage nach: „wie hast du das gemeint?“ um mehr Informationen zu bekommen.

Mit derselben Sorgfalt, mit der du versuchst deinen Partner richtig zu verstehen, ihm Raum zu geben und eventuell durch gezieltes Nachfragen manches entweder besser verstehen oder Glattziehen kannst, solltest du deinen Standpunkt, deine Meinung und deine Position ausdrücken. Hör auf mit “ du ich glaube ich merke ich will, dass… vielleicht…“ Muschibubu-drum-herum-Gerede. Auch das erzeugt Stress. Niemand möchte raten, was du eigentlich willst.

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