Konfliktfähigkeit: 12 Tipps

Konfliktfähigkeit: 12 Tipps. Mann und Frau im Gegenlicht.

Warum streitest du mit deinem Partner? Wie ist es um deine Konfliktfähigkeit bestellt? Ist es gut oder schlecht, sich in der Partnerschaft zu streiten? Rund um das Thema Streit in der Partnerschaft gibt es eine Menge spannender Fragen. Nicht jeder Konflikt muss zu einem Streit führen. Wenn du es schaffst, Missverständnisse zu vermeiden und zu bemerken, […]

Warum streitest du mit deinem Partner? Wie ist es um deine Konfliktfähigkeit bestellt? Ist es gut oder schlecht, sich in der Partnerschaft zu streiten? Rund um das Thema Streit in der Partnerschaft gibt es eine Menge spannender Fragen.

Nicht jeder Konflikt muss zu einem Streit führen. Wenn du es schaffst, Missverständnisse zu vermeiden und zu bemerken, wenn dein Partner innerlich die Hörner senkt, ist der erste Schritt in die richtige Richtung getan.

Jedes Paar hat eigene Anzeichen, um einen sich anbahnenden Streit zu erkennen.

1. Konfliktfähigkeit beweist sich bei ersten Anzeichen eines Streits

Bevor man interveniert, muss man den richtigen Zeitpunkt erkennen. Es kommt auf den optimalen Moment an, um Dinge besser zu machen. Es ist wie beim Wetter: Bevor es regnet, ziehen Wolken auf, der Wind frischt auf.

Du kannst unterscheiden zwischen Unwetter-Frühwarnungen bei deinem Partner und bei dir selbst.

Insgesamt habe ich 11 typische Anzeichen, dass gleich ein Streit ausbricht. Darüber hinaus gibt es auch ganz individuelle Zeichen, die von Paar zu Paar verschieden sind. Im Online-Kurs „Streit vermeiden – Konfliktfähigkeit ohne Verlierer“ findest du eine Checkliste und einen Spickzettel dazu.

Wenn du gelernt hast, einen Streit zu erkennen, noch bevor er ausbricht, kommt es nun darauf an, wie du mit Stress umgehen kannst. Davon hängt deine Konfliktfähigkeit entscheidend ab!

2. Wie wirkt sich Stress auf deine Konfliktfähigkeit aus

Stress ist ein seltsames Gefühl und noch ein viel seltsamerer Zustand. Einerseits gibt es positiven Stress, der uns kreativ und produktiv werden lässt. Andererseits gibt es Stress, der uns aggressiv werden lässt oder uns innerlich aushöhlt und lähmt. Harte Konflikte und Streits in der Partnerschaft verursachen meist riesigen Stress. Der lässt uns alles andere als kreativ werden. Um die eigene Konfliktfähigkeit zu trainieren, hilft es sehr, auf Ihr Stressempfinden zu achten. Einerseits verursacht Stress eine körperliche Reaktion, andererseits beeinflusst er auch unsere Psyche und unser Gehirn. Die Wirkung von Stress wird häufig unterschätzt. Lese hier: Wie wirken Streit und Stress in der Partnerschaft. Auch zu diesem Thema gibt es im Kurs einen speziellen Spickzettel.

3. Konfliktfähigkeit und Kommunikation

Du kennst die Wirkung von Stress und erkennst den richtigen Moment, um zu intervenieren. Konfliktfähigkeit bedeutet, sprachlich souverän bis virtuos, Missverständnisse gar nicht erst entstehen zu lassen. Einerseits solltest du dich selbst klar und transparent ausdrücken, anderseits sichern, dass du auch deinen Partner richtig exakt verstanden hast. Allzu oft sind wir hier zu ungenau, weil wir zu wissen glauben, was unser Partner gerade sagen wollte.

Die Wahrheit jedoch ist, dass die allermeisten von uns miserable Hellseher sind.

Deshalb sollten wir uns konventionell auf die Kunst des Nachfragens spezialisieren.

Doch damit ist es nicht getan. Es gibt noch eine Reihe Fettnäpfchen, die du kennen und vermeiden solltest. Ein paar davon findest du hier: Falsche Kommunikation, die zu Streit führt.

4. Konfliktfähigkeit heißt, die Wunden des anderen akzeptieren

Warum streiten wir immer wieder mit unserem Partner? Sind wir im Grunde streitlustig? Macht es insgeheim etwa Spaß? Wohl kaum. Oft streiten wir nicht über das, was uns Kopfzerbrechen bereitet. Konfliktfähigkeit beinhaltet, zu erkennen, ob Trigger oder Verletzungen der Vergangenheit aktiviert worden sind. Oft bist weder du noch dein Partner „Hier und Jetzt“, sondern alte Verletzungen aus der Kindheit beginnen zu schmerzen. Dann wird zum Beispiel die kritisierende Partnerin als strafende Mutter empfunden und eigene Ohnmachts- und Hilflosigkeitsgefühle erwachen. Wenn wir nicht aufpassen, reagieren wir dann nicht auf unsere Partnerin, sondern auf längst vergangene Kindergefühle.

Wenn du Trigger, wie Verletzungen aus der Vergangenheit oder die „innere Kind“-Thematik erkennen, kannst du viel sachlicher Konflikte lösen. Mehr zum Thema:  „Wenn Trigger, innere Kinder und die Vergangenheit miteinander streiten“.

5. Konflikte lösen nach einem Streit

Die Hölle, das sind die anderen, sagte Sartre. Wenn es um das Thema Streit und Konfliktfähigkeit geht, liegt er offenbar richtig. Wir geben ungern zu, dass wir nicht recht haben. Doch wenn es um die eigene Konfliktfähigkeit geht, kommen wir mit dieser Haltung nicht weit. Streit neigt dazu, zu eskalieren. Jede Eskalationsstufe macht es ein bisschen schwerer, den Streit zu beenden. Ausführlich über die Stufen eines eskalierenden Konfliktes kannst du hier lesen: Konflikte lösen nach einem Streit.  Hier ist beschrieben, was in den einzelnen Stufen zu beobachten ist und worauf es ankommt.

6. Konfliktfähigkeit und Wut beim Streit

Was, wenn sich Gefühle wie Sich-nicht-verstanden-Fühlen, Wut, Ärger und Hilflosigkeit in Ihnen ausbreiten? Je konfliktfähiger du bist, umso wertschätzender wirst du wahrscheinlich mir deinen eigenen Gefühlen umgehen. Besonders Wut ist ein schlechtes Gefühl. Ausgelebte Wut zerstört die Wohnung oder verletzt den Partner, nicht ausgelebte Wut ruiniert die Gesundheit, so der Psychologe Dr. Georg Eifert (Psychologe Chapman University, Kalifornien). Mehr darüber kannst du hier lesen:  Hilflosigkeit, Wut und Ärger bei Streit in der Partnerschaft

7. Jeder ist auf eine andere Art konfliktfähig

Nicht jeder reagiert im Konflikt oder Streit gleich. Der eine entschuldigt sich wortreich, der andere mauert, jemand geht sofort zum Gegenangriff über oder erklärt dem anderen ausführlich, warum nicht er selbst sondern sein Gegenüber ein ernsthaftes Problem hat, das vermutlich sogar aus der Kindheit des anderen stammt. Insgesamt habe ich 16 verschiedene Streit-Typen gefunden. Wir alle denken von uns selbst, dass wir konfliktfähig sind. Aber das denken wir halt nur selbst – unser Partner wird da nicht unbedingt derselben Meinung sein.

8. Willst du einen Streit gewinnen?

Nur zu, aber Achtung, mit diesen 24 Tricks streiten du fies. Dann hast du vielleicht den Streit gewonnen, aber womöglich deine Partnerschaft verloren.

Einen Streit zu gewinnen, ist sehr leicht.

Aber echte Konfliktfähigkeit arbeitet weder mit Tricks noch ist sie immer einfach. Konfliktfähigkeit baut auf Verständnis und das Aufklären von Missverständnissen. Diese 24 Tricks können dich warnen, wenn dein Gegenüber womöglich gerade mit dem Rücken zur Wand stehen könnte, so dass er im übertragenen Sinne blindlings und unlauter um sich schlägt.

Diese 24 Tricks sind Streit-Fallen. Oder Waffen, um jemand mundtot machen zu können.

9. Streit beenden

Doch nun genug vom Streiten. Was kannst du tun, um einen Streit zu beenden?

Verständnis des anderen, der Situation und von sich selbst sind Voraussetzungen, um einen Konflikt zu klären. Streit ist nichts weiter als ein aus dem Ruder gelaufener Konflikt. Mit innerer Ruhe, einem klaren Ziel vor Augen und der Fähigkeit, sich nicht auf rote Tücher einzulassen, kannst du deinem Partner entgegentreten. Mehr dazu im verlinkten Artikel, wie du Streit beenden kannst. Hier kannst du auch lesen, warum es manchmal so schwer ist, als Erster einen Schritt auf den anderen zu zu gehen.

10. Was hat versöhnen mit echter Konfliktfähigkeit zu tun?

Ein Lippenbekenntnis als Entschuldigung ist bestimmt ein guter erster Schritt, hat aber mit Konfliktfähigkeit noch nichts zu tun. Sich zu versöhnen, bedeutet, dass Sie wirklich loslassen. Das ist nicht einfach und erfordert neben Selbstreflektion auch Mut. Wie das geht, steht hier: Versöhnung nach Streit

11. Konflikte und Streit aufarbeiten

Konflikte aufzuarbeiten ist unangenehm. Da schmollen wir doch lieber und hoffen, dass der andere entweder vergisst, einlenkt oder selbst die ersten Schritte geht. Doch jeder aufgearbeitete Konflikt bringt uns menschlich weiter. Das ist in der Partnerschaft ganz besonders wichtig! Denn arbeiten wir nicht auf, kann sich Schlimmes ansammeln. Im Artikel: Streit aufarbeiten steht, wie es gelingt.

12. Streit-Prophylaxe

Wir gehen recht unvorbereitet in eine Partnerschaft. Zu beinahe allem anderen brauchen wir einen Vorbereitungskurs. Sei es das Seepferdchen, der Führerschein oder der Nachweis eines Schulabschlusses. Bewusst denken wir über unsere Partnerschaft meist erst nach, wenn wir inmitten eines heftigen Konfliktes sind. Dann sind wir hilflos. Doch das muss überhaupt nicht sein! Lesen Sie im Artikel Streit Prophylaxe, wie du deine Konfliktfähigkeit steigern und gleichzeitig keinen Streit riskierst.

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